Dienstag, 15. Oktober 2013

Fitnessgeräte aus der Hölle.

Nehmt Euch in Acht vor diesem Fitnesszubehör!

Der Ab-Roller
Fast in jedem Fitnessstudio zu finden. Er erleichtert Crunches – animiert aber oft auch dazu, die Bewegung so auszuführen, dass die Bauchmuskeln eigentlich kaum mehr arbeiten müssen.

Besser ist das …
Crunches ohne Ab-Roller probieren. Auf den Rücken legen, Füße aufstellen und NUR leicht die Schulterblätter vom Boden heben. Ellbogen zeigen nach außen, Blick geht zur Decke. Es ist eine winzige Bewegung, die sehr viel effektiver ist.

Der Bauch-Weg-Gürtel
Also wenn man nach den Bildchen geht: Tragt den Gürtel einfach ganz bequem unter der Kleidung, dann geht da irgendwie Wasser rein und raus – und schon seht Ihr schlanker aus. Toll, oder? Bitte, lauft auf der Stelle los und kauft Euch das Teil aus der TV-Werbung!

Besser ist das …
Crunches, siehe oben. 




Die Domina
Klassisches Life-Fitness-Gerät. Man setzt sich rein und lässt sich ordentlich knechten. Und wehe Ihr hört nicht auf sie! Spaß hat dabei nur einer: nicht Ihr, die Domina.

Besser ist das …
Crunches, Ihr wisst schon.


Das EMS-Training
Rein in den Anzug, Kabel dran und Strom drauf! Die elektronische Muskelstimulation liegt im Trend. Warum, ist klar: Das Training dauert nicht lange, man schwitzt nur wenig und am nächsten Tag merkt man deutlich, dass man was getan hat. Die Wirksamkeit ist außerdem wissenschaftlich belegt. Tatsächlich kenne ich mindestens drei Leute, die auf das EMS-Training schwören. Diese drei Leute sind leidenschaftliche Sportler, die neben dem EMS-Training (auf der höchsten Stufe) ihre schon deutlich vorhandene Muskelmasse feintunen und die Tiefenmuskulatur weiter stärken. Die meisten anderen Leute allerdings glauben, man brauche sich nur mit einer Zeitschrift an das Gerät stellen, den Strom einschalten und nach zwanzig Minuten zufrieden das Training beenden. Nooo!

Besser ist das …
Also wenn EMS, dann unbedingt in Kombination mit einem anderen klassischen Training: Kurse, Bodyweight-Übungen, Therabandübungen, Laufen, Radfahren, Geräte …

Die Fitnesssandalen
Wow, sehen die toll aus! Man schlüpft da also rein, nimmt automatisch die richtige Haltung an und trainiert schon beim Gehen die Muskeln. Die Zellulite verschwindet auch noch. Und für nur so wenig Geld!

Besser ist das …
Schöne Schuhe tragen und tanzen gehen.

Das Outdoor-Radfahr-Dings (mit Meerblick übrigens)

Da traute ich meinen Augen nicht: Mitten an der Strandpromenade zwei Sitze mit Pedalen. Wenn man als Tourist zu viel Paella, Pizza und Eis gegessen hat, hockt man sich da drauf, pedaliert ein paar Minuten und schon hat man einen Teil der Kalorien wieder runter.

Besser ist das …
Fahrräder leihen, im Meer schwimmen, laufen an der Strandpromenade, laufen am Strand, Beachball, Frisbee, Minigolf spielen. 

Der Rückentrainer

Stellt Euch nur mal vor: Diese wahnsinnig glücklich dreinblickende Frau ist für einen kurzen Moment abgelenkt – und schwupps, landet der Rückentrainer für einen gestärkten Rücken voll im Auge …

Besser ist das …
Also das Theraband oder eine stinknormale Hantel erscheint mir sehr, sehr viel sicherer.

Der Seilzuggürtel

Das ist mal ein Gerät. Es wurde speziell für Nordic Walker entwickelt, die ständig Stress mit Läufern haben, weil die ihre Stöcke nicht leiden können. Dank des Gürtels herrscht endlich Frieden zwischen beiden Parteien. Die sperrigen Stöcke fallen nämlich weg, stattdessen hat der Trainierende diese praktischen Seilzuggriffe in der Hand. Und das Wunderbare: Mit dem Gürtel kann man drinnen und (wenn man genügend Selbstbewusstsein mitbringt) auch draußen richtig tolle Übungen ausführen.

Besser ist das …
Nordic Walking (am besten da, wo keine Läufer sind), Therabandübungen oder ein Training an richtigen Seilzügen.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Ghettofaust.

Bäääm!
Die Jungs und ich, wir haben eigentlich ein ganz gutes Verhältnis zueinander. Oft unterbrechen sie das Nicken zum Beat ihrer Musik, die aus den Kopfhörern dröhnt und nicken dafür mir kurz zu. Ich kann nicht umhin, mich darüber zu freuen. Manchmal bekomm ich sogar Props, weil ich ein paar Klimmzüge kann, Bankdrücken, Liegestütz und Burpees mache. So wie sie. Umgekehrt werden die aber auch ganz rot, wenn ich so was sage wie »Hui, da hat aber wer ordentlich Muskelmasse zugelegt, was?« Oder: »Ganz schön breit, Dein Lat!« Und dann gibt’s da noch ein paar Jungs, die sich Spitznamen für mich ausgedacht haben. Ich weiß das, weil sie mich darüber sogar selbst informiert haben. Spitznamen, die charmant gemeint sind, würde ich sie ausführlicher beschreiben, aber binnen Sekunden für einen zweiten #Aufschrei sorgen würden. Also fragt erst gar nicht. 

Obwohl ich den Jungs auch gerne assistiere, z.B. als sogenannter Spotter beim Bankdrücken, muss ich sie hin und wieder doch auch mal rügen: Wenn mal wieder wer eine 20-Kilo-Scheibe fallen lässt, nicht aufräumt oder wenn mal wieder zu laut gestöhnt wird. Ich kenn auch die ganzen Sorgen der Jungs und nehm mich derer gerne an (»Boah, ich hab voll die Mädchenwaden, guck doch …«) und dann werde ich tatsächlich auch nach Rat gefragt. »Mach ich das richtig mit dem Rudern an der Maschine?« Ich muss schon sagen: Die Jungs und ich, wir verstehen uns eigentlich echt wunderbar. Aber es gibt da eine Sache, mit der ich so gar nicht klarkomme: mit der Ghettofaust. Ich weiß ja, Ihr meint es nur gut. Ich bin eine von Euch und so (ich fürchte, das würde sich ändern, wenn Ihr wüsstet wie viel älter ich doch bin als Ihr) … 

Also Jungs. Wenn Ihr das hier gelesen habt, tut doch einfach so, als wär nie was gewesen. Nickt mir nett zu wie immer oder klopft mir freundlich auf die Schulter. Egal. Alles ist besser, als die Ghettofaust, bei der ich leider immer sehr verlegen zu Boden blicken und mit den Füßen scharren muss. Ich danke Euch so sehr. Und übrigens: Wow, Euer Bizeps! ;)