Sonntag, 9. Juni 2013

Yin & Yang.

Yin & Yang = Polar einander entgegengesetzte und dennoch aufeinander 
bezogene Kräfte oder Prinzipien – siehe Wikipedia.
Ich will das nicht. Ich will nicht, dass sich mein Beruf des Texters mit dem des Trainers irgendwie überschneidet oder der eine Job, den anderen bedingt. Nun, in den letzten Wochen hat das nicht funktioniert. Im Gegenteil. Ich habe wieder bemerkt: Die beiden Bereiche, die überhaupt nichts miteinander gemein haben, gehören zusammen. Zumindest bei mir. Das eine scheint ohne das andere einfach nicht zu funktionieren. Gezeigt hat mir das der ungewöhnlich lange Agentureinsatz als Texterin. Gut so, denn jetzt weiß ich wieder, worauf es ankommt. Auf Schlaf und einen guten Ausgleich.

Was bei Schlafmangel passiert:
• Erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol (Sport senkt übrigens die Ausschüttung wie in diesem Artikel nachzulesen ist)

• Lebensfreude und Leistungsfähigkeit sinken, die Gefahr der Depression steigt

• Das Immunsystem leidet 

Ein Kissen – sobald ich eins sehe, gerate ich ins Träumen.
Mir stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Das Fatale dabei: Ich laufe nicht. Ich springe nicht, ich stemme keine schweren Gewichte. Nix. Ich sitze da und hacke Wörter in die Tastatur. Der Stress lähmt meine klaren Gedanken. Alles, was mir wichtig ist, habe ich beiseite geschoben. Besuch bei Freunden, gutes Essen, viel Bewegung, schöne Trainings … Das, was ich hier tue, muss schließlich gemacht werden. Und eigentlich bereitet es mir Vergnügen. Eigentlich. Einen Moment der Unaufmerksamkeit, schon fallen mir die Augen zu. Bin ich aufmerksam, fühle ich mich seltsam unruhig. Außerdem habe ich schlechte Laune. Mir fehlt der Sport – und das zu überspielen, kostet mich zusätzlich Energie, die ich eigentlich nicht mehr habe. Ein Kollege sagt: »Wie Du noch so ruhig bleiben kannst.« – Ein Satz, der mir wertvoller ist, als der Kollege je ahnt. 

Es hilft nichts, ich muss raus, mich bewegen. Also ziehe ich irgendwann spät am Abend die Laufschuhe an. Nach nur wenigen Schritten hab ich das Gefühl, mit tonnenschweren Gewichtswesten beladen zu sein. Ich komme kaum voran, bin deutlich langsamer als sonst und es ist so anstrengend! Dann kommt er doch, der Punkt, an dem ich merke, wie gut das tut. Und nach dem Training bin ich zwar noch müder als vorher, aber ganz die Alte. Auch am nächsten Tag zahlt sich die Bewegung aus: Zwar ist der Stress geblieben, aber meine Laune viel besser. Und wieder habe ich das Gefühl, dass ich ihm etwas schuldig bin, dem Laufen. Ich frage mich, wie das die anderen um mich herum so halten. Ohne  Sport, würde ich das niemals schaffen. Eine Woche später erfahre ich es durch Zufall: Zwei der Kolleginnen sind Triathleten. Ich bin überrascht und wieder nicht. Und Respekt hab ich. Jede Menge. 

So hoffe ich, dass jeder sein Schreibgold und sein Körpergold hat. Oder anders: Dass jeder eine verlässliche Methode gefunden hat, den Alltagsstress durch ein wunderbares Hobby auszugleichen. Und wenn es »nur« stricken, flöten oder Aufklebersammeln ist. Hauptsache, der Kopf wird frei. Das ist Gold wert!

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