Dienstag, 26. Februar 2013

Das Kletterdebüt.

Wenn Ihr noch nie im Leben geklettert oder gebouldert seid, macht das nichts. Lasst mich erklären und solltet Ihr das auch mal ausprobieren, so seid Ihr bestens gerüstet. Was Ihr braucht:

Ein Outfit das nicht ZU stylisch ist (Ihr robbt schließlich Wände entlang, fallt garantiert runter und wollt außerdem zwischen all den Kletternerds um keinen Preis auffallen). Euer Outfit sollte aber auch nicht ZU Bergsteiger-und-Wander-freakig sein, sonst meinen alle, Ihr seid genauso gut wie sie. Und das ist beim ersten Mal leider überhaupt nicht so. Egal, wie trainiert Ihr seid. Leider ist Klettern wie Bowlen – was die Schuhe angeht: Wenn Ihr keine eigenen habt, leiht Ihr Euch welche – und die sind nicht nur ziemlich klein, sie sehen auch ungemein bescheuert aus.
Habt Ihr das mit dem Outfit geklärt, wäre es hilfreich, wenn Ihr einen Olli dabei hättet. So wie ich. Bei Olli handelt es sich um einen guten Freund, der hier und da ein paar Muskeln hat, regelmäßig klettert, hin und wieder Marathons läuft und einer Eurer liebsten Lauffreunde ist. Habt Ihr so einen nicht, nehmt Ihr einfach 'nen anderen, möglichst ähnlichen Freund. Sportlich sollte er unbedingt sein und er sollte Euch alles gut erklären können.
In der Boulderhalle befolgt Ihr Ollis Anweisungen und hangelt Euch an den bunten Nupsis an der Wand entlang. Doch Vorsicht! Ihr könntet wütend werden, weil der Olli das so gut kann, Ihr aber nicht. Trotzdem klettert Ihr wie verrückt drauf los, fallt, klettert, schnaubt und klettert weiter bis … bis nix mehr geht, Ihr kaum mehr die Hände bewegen könnt. Macht Euch keine Sorgen, das ist normal.
Wenn Ihr gut seid, habt Ihr noch ein ganz klein bisschen Kraft, um Euch noch von Olli die Technik der Sicherung erklären zu lassen und das erste Mal in Eurem Leben richtig weit nach oben zu klettern. Das macht Ihr zwei, drei mal und danach könnt Ihr dann aber wirklich nicht mehr. Trizeps, Bizeps und Unterarme beginnen zu zittern. Der Rücken schmerzt, die Hände sind rau. Ihr gebt Euch geschlagen.
Etwa eine Woche werdet Ihr keine Schwämme mehr auswringen und nur unter Schmerzen die Tastatur Eures Computers bedienen können. (Tipp: Versucht weniger E-Mails zu versenden oder tippt nur mit dem Zeigefinger – plant hierfür aber etwa 15 Minuten mehr ein pro Text).

Ach, und jetzt wollt Ihr wissen wie’s war, vermutlich. Es war toll. Ich möchte wieder. Was ist mit Euch?

Dienstag, 12. Februar 2013

10 Regeln für den sportlichen Valentinstag.

Das beste Sportlerpaar ever:
René Fromage & Kitty Mambo.


Regel Nummer 1:
Wehe Ihr kommt im Partnerlook!

Regel Nummer 2: 
Ihr kennt diese Knopfleistenhosen aus den 90ern noch? Tragt die auf GAR keinen Fall – selbst wenn sich das heute noch so sehr anböte …

Regel Nummer 3:
Auch wenn es ein Geschenk war: Düfte wie »Cat Deluxe« von Naomi Campbell oder »Lou Lou« von Chacharel sind beim Sport passé. Die Gefahr, dass Menschen in Ohnmacht fallen, ist einfach zu groß. 

Regel Nummer 4:
Wer knutscht, fliegt raus!

Regel Nummer 5: 
Wer Händchen hält, macht 25 Extra-Liegestütze.

Regel Nummer 6: 
Flirten ist erlaubt – aber nur mit dem Laufband, der Hantel, dem Medizinball, dem Springseil und den anderen Geräten.

Regel Nummer 7: 
Keinen Streit und wenn, boxt ihn aus!

Regel Nummer 8: 
In der Sauna wird nicht gesprochen! Nein. Auch nicht mit dem Partner!

Regel Nummer 9:
Sorry, es gibt nur ein einziges cooles Sportlerpärchen: Kitty Mambo und René Fromage – also bemüht Euch erst gar nicht weiter …

Regel Nummer 10:
Oh – Ihr feiert gar keinen Valentinstag? Man möge Euch reich dafür beschenken!

Freitag, 1. Februar 2013

Randsport.

Dieser Baseballhandschuh hat schon viel mitgemacht –
und: Er hat auch jede Menge Groundballs verpasst.
Der Grund für Mädchen mit dem Kunstradfahren zu beginnen, kann eigentlich nur einer sein: die Freundin macht das. Also mach ich das auch. So war das bei mir. Ich bemühte mich redlich, ein unstylisches, sperriges Rad, das vorwärts UND rückwärts fuhr, mit galanten Küren durch Turnhallen zu bewegen. Das Schlimmste dabei aber war: das Outfit. Turnschläppchen und Leggings. Irgendwann fiel ich vom Rad, das Rad mir auf den Fuß und dann mochte ich nicht mehr. 

Baseball bzw. Softball (Baseball für Frauen) ist ja mal sehr viel cooler, dachte ich und begann kurze Zeit später eine ganz neue Karriere.
»Ach, das mit dem Schläger?« – fragten 80% derer, denen ich in den 90ern davon erzählte. Die restlichen 20% verwechselten Baseball mit Basketball. Damals gab’s noch nicht so viele Teams – vielleicht ein Grund, weshalb wir ständig gute 3. oder 4. Plätze in der Verbandsliga belegten. Ich war meist mit etwas zu viel Ehrgeiz dabei, schlug beim Angriff am Ball vorbei, verpasste bei der Verteidigung knapp die Groundballs. Und trotzdem hatte ich unfassbar viel Spaß. So viel, dass ich bei jeder Gelegenheit versuchte, auch andere davon zu begeistern. Allen voran meine Familie. Erst Jahre später gestand meine Mutter: »Immer diese Samstage am Rande des Baseballfelds. Es war unerträglich öde!« (Über diese Aussage bin ich noch immer sehr gekränkt).
Wobei man sich garantiert nicht langweilt ist: Rollerderby. Neulich erzählte mir eine alte Bekannte von ihrer Leidenschaft. Ich stellte mir vor, dass sie den Großteil ihrer Zeit damit zubringt, Hämatome und Prellungen zu verarzten. Aber sie versicherte mir, so brutal sei das gar nicht.

Eher ungefährlich ist wohl Boßln – es sei denn, man gerät als Läufer in eine ambitionierte Gruppe hinein. Das ist mir letzten Sommer passiert. Plötzlich schoss ein Boßl-Ball von hinten an mir vorbei, dann sah ich die Horde Boßler auf mich zurennen. Von einem freundlichen Spieler wurde ich im vorbeilaufen über die Regeln aufgeklärt. Kapiert hab ich’s nicht.

Vielleicht ist Loopyball eine Alternative. Denn da scheint es so gar keine Regeln zu geben – und verletzen kann man sich auch nicht. Alles was zählt, ist der Spaß. Und das gilt ja eigentlich auch für den Rest der Randsportarten. Ach, was sag ich: für alle Sportarten der Welt. Man müsste nur mal Zeit haben, sämtliche auszuprobieren …