Montag, 13. August 2012

Was wir von Olympioniken lernen können.

Das bin übrigens ich. Sieht man ja. Ich mit Krone.
Keine Ahnung, wie oft sie mir schon runtergefallen ist.
Sport hat mir aber immer wieder geholfen, sie zu richten.
Drama, baby! Davon hatten wir wahrlich genug bei den Olympischen Spielen in London: unbegründete Disqualifikationen, Stürze, Bepöbelungen, falsch gemessene Weiten, Verletzungen, Tränen – wenn jemand mentale Stärke beweisen musste, dann wohl die Olympioniken. Doch genau diese dramatischen Momente der Sommerspiele sind es, die uns so fesselten: Athleten, die inbrünstig hoffen, weiter an sich glauben, wenn alles verloren scheint. Die weiter an ihrem großen Traum der Goldmedaille festhalten, ihn nicht aufgeben wollen, unglaubliche Kräfte entfalten und am Ende tatsächlich als Gewinner dastehen. Nicht alle schaffen das, wie wir gesehen haben. In diesem Falle hätte es ja ausschließlich Goldmedaillen gegeben. Oft waren es aber gerade Sportler, die leer ausgingen, die unglaubliche Größe bewiesen haben. Sportler wie Liu Xiang. Der chinesische Hürdenläufer ist Goldmedaillenfavorit, stürzt bei den Vorläufen, humpelt zur Ziellinie, küsst eine Hürde und wird von zwei Kontrahenten zum Rollstuhl getragen (Video). Ein Sportler, der Jahre dafür trainiert hat, um in wenigen Sekunden sein Können unter Beweis zu stellen. Eine Tragödie, wenn’s schief geht. Aber er ist sein eigenes Rennen weitergelaufen – hat sich Respekt eingeheimst und bei uns Gänsehaut erzeugt. Ein anderes Drama bei Matthias Steiner: Noch vor vier Jahren gefeierter Olympiastar, ist er nun gerade noch mal so mit einem Schrecken davon gekommen (Video). Begeisternde Höhenflüge jagen niederschmetternde Tiefschläge. Achterbahnfahrten des (Sportler)Lebens. Viele Olympioniken haben uns gezeigt, dass sie sich von solchen Niederlagen nicht unterkriegen lassen. Dabei kommt es weniger darauf an, »Zielvereinbarungen« zu erfüllen, auf dem Treppchen zu stehen, verbissen sein Ziel zu verfolgen, sondern das Große im Moment zu erkennen und zu genießen: das Publikum, die Atmosphäre, ein tolles Team, kleine, persönliche Erfolge. Wer hinfällt, aufsteht, die Krone richtet, weitermacht und mit einem Lächeln noch mal neu an den Start gehen kann, DER hat wirklich Gold verdient. 

Und das ist mein letzter Blogpost zu den Olympischen Spielen – versprochen. Zumindest für die nächsten vier Jahre. Bis dahin, Sportsfreunde: »Find Your Greatness«!



Interessante Links zur mentalen Stärke:
»Auch mentale Stärke muss man trainieren« – Faz.net
»Mentale Stärke im Sport. Gewonnen und verloren wird im Kopf.« medicalsports network


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Da schämt man sich ja direkt für die "Opfer" die man selber für den Sport bringt :) Sowas wie "Wow, unter Null Grad und ich war trotzdem Laufen!!".

Anonym hat gesagt…

Ich fürchte der Chinese hüpft schneller als ich laufen könnte...

Anonym hat gesagt…

Ich war jeden Tag am TV dabei und habe mir jede noch so kleine Randsportart angeschaut. Oft nur wegen der Stimmung. Seit gestern ist "One Moment in Time" wieder in meiner Sport-Playlist. Jaja, lacht doch! Mir egal!! :))

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Also ich finde: Laufen bei Minusgraden ist durchaus eine Heldentat. Ich würd Dir dafür 'ne Goldmedaille überreichen – zumindest 'ne kleine … :o)

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Mach Dir nix draus. Die Geher, gehen auch schneller als ich manchmal laufen kann …

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Beruhigend, dass es noch mehr solche Verrückte gibt. Außer mir. Offen gestanden fehlt mir auch grade was – so ganz ohne Olympischen Sport im Fernsehen. Seit gestern hab ich übrigens wieder die Spice Girls in meiner Playlist :o)