Freitag, 31. August 2012

Grimassen.

Manchmal guck ich mich um. Ganz genau. Das ist dann ziemlich lustig. Auch wenn ich weiß, dass ich nicht lachen sollte – ich tu's trotzdem. Natürlich still in mich hinein. Da sitzen dann die Leute an diesen merkwürdigen Geräten im Fitnessstudio oder liegen auf der Matte und verziehen die Gesichter. So sehr, bis ich kurz davor bin, einen Arzt zu rufen. Sie kräuseln die Lippen, ziehen die Augenbrauen tief ins Gesicht, blasen die Backen auf. Nur, um das aufgelegte Gewicht zu überwinden oder zu halten.

Ich schreib das jetzt so. Es muss gemein klingen. Fakt ist: Ich hab keine Ahnung, wie ich selbst dabei aussehe, wenn ich Burpees mache und die Beine brennen, aber noch fünf Wiederholungen ausstehen. Ich hab keine Ahnung, ob mir meine Gesichtszüge entgleisen, wenn ich Klimmzüge mache oder diese ultraanstrengende Bauchübung am aeroSling. Und wisst Ihr was? Ich bin verdammt froh darüber, dass ich nicht weiß, welche Grimassen ich so ziehe.

Es reicht ja vollkommen, wenn ich weiß, wie z.B. Jörn Hendrik bei Anstrengung aussieht. Aber hey, macht ganz entspannt weiter und lasst Euch bloß nicht abschrecken. Ich finde die Grimassen super und wesentlich sympathischer als dieses üble Stöhnen. Ich lach auch nicht. Na ja, Ihr wisst: nur still in mich hinein :o)

Montag, 13. August 2012

Was wir von Olympioniken lernen können.

Das bin übrigens ich. Sieht man ja. Ich mit Krone.
Keine Ahnung, wie oft sie mir schon runtergefallen ist.
Sport hat mir aber immer wieder geholfen, sie zu richten.
Drama, baby! Davon hatten wir wahrlich genug bei den Olympischen Spielen in London: unbegründete Disqualifikationen, Stürze, Bepöbelungen, falsch gemessene Weiten, Verletzungen, Tränen – wenn jemand mentale Stärke beweisen musste, dann wohl die Olympioniken. Doch genau diese dramatischen Momente der Sommerspiele sind es, die uns so fesselten: Athleten, die inbrünstig hoffen, weiter an sich glauben, wenn alles verloren scheint. Die weiter an ihrem großen Traum der Goldmedaille festhalten, ihn nicht aufgeben wollen, unglaubliche Kräfte entfalten und am Ende tatsächlich als Gewinner dastehen. Nicht alle schaffen das, wie wir gesehen haben. In diesem Falle hätte es ja ausschließlich Goldmedaillen gegeben. Oft waren es aber gerade Sportler, die leer ausgingen, die unglaubliche Größe bewiesen haben. Sportler wie Liu Xiang. Der chinesische Hürdenläufer ist Goldmedaillenfavorit, stürzt bei den Vorläufen, humpelt zur Ziellinie, küsst eine Hürde und wird von zwei Kontrahenten zum Rollstuhl getragen (Video). Ein Sportler, der Jahre dafür trainiert hat, um in wenigen Sekunden sein Können unter Beweis zu stellen. Eine Tragödie, wenn’s schief geht. Aber er ist sein eigenes Rennen weitergelaufen – hat sich Respekt eingeheimst und bei uns Gänsehaut erzeugt. Ein anderes Drama bei Matthias Steiner: Noch vor vier Jahren gefeierter Olympiastar, ist er nun gerade noch mal so mit einem Schrecken davon gekommen (Video). Begeisternde Höhenflüge jagen niederschmetternde Tiefschläge. Achterbahnfahrten des (Sportler)Lebens. Viele Olympioniken haben uns gezeigt, dass sie sich von solchen Niederlagen nicht unterkriegen lassen. Dabei kommt es weniger darauf an, »Zielvereinbarungen« zu erfüllen, auf dem Treppchen zu stehen, verbissen sein Ziel zu verfolgen, sondern das Große im Moment zu erkennen und zu genießen: das Publikum, die Atmosphäre, ein tolles Team, kleine, persönliche Erfolge. Wer hinfällt, aufsteht, die Krone richtet, weitermacht und mit einem Lächeln noch mal neu an den Start gehen kann, DER hat wirklich Gold verdient. 

Und das ist mein letzter Blogpost zu den Olympischen Spielen – versprochen. Zumindest für die nächsten vier Jahre. Bis dahin, Sportsfreunde: »Find Your Greatness«!



Interessante Links zur mentalen Stärke:
»Auch mentale Stärke muss man trainieren« – Faz.net
»Mentale Stärke im Sport. Gewonnen und verloren wird im Kopf.« medicalsports network


Donnerstag, 2. August 2012

Sport Couture.

She's got the look!
Die Queen winkt uns freundlich aus einem Fenster zu.
London in Zeiten der Olympischen Spiele ist gar nicht so voll. Es ist toll. Man gönnt es den Menschen wirklich, dass ausgerechnet ihre Stadt wieder – schon zum dritten Male – Austragungsort des weltgrößten Sportevents geworden ist. London weiß, wie man eine pompöse Eröffnungszeremonie zelebriert. London weiß, wie Patriotismus funktioniert. London weiß, wie man Sport inszeniert, Sport treibt und lebt. Und London weiß vor allem, wie man sich dabei kleidet. 
Tatsächlich haben wir niemanden getroffen, der nicht irgendwie an den Spielen interessiert war. Der Olympische Geist war allgegenwärtig, auch wenn es natürlich dennoch ein paar Olympiahasser gibt – aber selbst die sind ziemlich lustig wie Ihr hier seht: http://thatbigeventinlondon.co.uk/ 
Wir trafen eine Menge nette, gesprächige Leute. Viele von ihnen waren selbst ziemlich sportlich unterwegs. Und stylisch waren sie irgendwie alle. Seht selbst!

Die sind zwar immer nett,
manchmal aber selbst etwas irritiert …
Besser, man fragt die hier.
Die wissen immer alles.
Der Olympiapark ist Style genug und raubt einem schier den Atem.
Dumm irgendwie. Jetzt bin ich im Fernsehen.
Immerhin nur im Spanischen. Und vor allem nur von hinten.
Manche finden das alles auch echt ein bisschen öde …
In Greenwich hingegen:
Aufregung vor den Toren des Parks, in dem die Reitsportevents stattfinden.
Union-Jack-Style am lebenden Objekt.
Union-Jack-Style am Haus.

Typisch Tobi hat immer voll den Quatsch gemacht.
Vorm Kensington Palast wollte er sich unbedingt in royale Pose werfen …

Radfahren ist in London GANZ schwer angesagt.
Die Räder hier sind Statussymbol & Styleobjekt.
Platz da!
Hin & wieder gibt es Krieg zwischen Fußgängern & Radfahrern.
Aber den haben wir in Hamburg ja auch … 

Bike-Style. 

Es gibt eine Menge cooles Retro-Zubehör fürs Rad.
Nicht nur von Brooks.
Oh, what a bike!

Oh.
Wer nicht Rad fährt, der macht das da.
Sollte aber fröhlicher dabei gucken …
Einer dieser zahlreichen Rucksackläufer.
Viele kommen im Anzug & in Laufschuhen ins Büro,
um dann mit Anzug im Rucksack nach Hause zu laufen.  

So was! Ich dachte, das gibt es nicht mehr.
Trifft zu.
Was ist da denn bloß passiert? Fashion- & Design-Unfall Wenlock.
Wenigstens noch ein Auge hätte er verdient.
Like.
True.

Musste sein: ein Besuch in Niketown …

… natürlich alles voll auf Olympia ausgelegt.
Saskia eingekeilt von Olympiahelfern.
Die waren aber auch einfach überall … 

… und stets bereit für ein Foto.
Alastair trug übrigens Schottenrock.
Ach ja, der wollte, dass wir ihn auf Facebook adden. Mach ich gleich … 
Eine Sonderausstellung während der Olympischen Spiele.

Noch ist er der schnellste Mann der Welt.
Von wegen Ham & Eggs und Fish & Chips.
London isst bewusst und ziemlich vielfältig.
Völlig unmöglich: In London sein und KEINE Kappen testen.

Große Pause!
Mit dem Essen hatten wir immer Glück. Bei den Getränken nicht so.
Nach einer Panne griffen wir lieber auf alt Bewährtes zurück … 

Solltet Ihr nach London reisen, hier noch ein paar Tipps:
• Angucken: Greenwich Park & Market, London Design Museum, Museum of Brands, Packaging & Advertising
• Hier kann man immer wunderbar aufs Klo & ein paar Snacks erwerben: Pret
• Schön entspannt: Kensington Gardens
• Wie zu Hause in Hamburg: Shad Thames
• Das muss der bunteste Ort der Welt sein: Camden
• Place to be: Kensington