Dienstag, 13. März 2012

Bananenverbot.

Entschuldigt, aber riecht Ihr das auch?
Sagt mal, was findet Ihr eigentlich an diesen Bananen? Manchmal wundere ich mich. Dass nur ich das merke, was mit denen nicht stimmt. Überall liest man, wie wunderbar die sind. Was sie alles können. Wie gesund die sind. Bei Focus online werden sie sogar unter die Top zehn der gesunden Nahrungsmittel gelistet. Sie stecken voller guter, komplexer Kohlenhydrate, die den bösen Insulinspiegel nicht in die Höhe schnellen lassen wie die weniger guten einfachen Kohlenhydrate in den schlimmen Müsliriegeln. In Bananen stecken auch noch so viele wunderbare Ballaststoffe drin, die den Darm in Schwung bringen, viel Magnesium, das gut für Muskeln und Nerven ist. Ja, die Banane kann schon was. Darum ist sie auch in aller Munde. Außer in meinem. Und der Grund liegt so was von auf der Hand, dass ich einfach nicht begreifen will, warum das eben niemand merkt. Außer mir. Jetzt mal ehrlich: Ist Euch denn NIEMALS aufgefallen, dass Bananen nach … nun ja … Erbrochenem riechen? Sobald irgendwo eine Banane geschält wird, verbreitet sich dieser widerliche Geruch. Innerhalb von Sekunden wird meine Umwelt verpestet. Ich verabscheue diese Bananen zutiefst. Wenn ich könnte, würde ich  sie aus der Öffentlichkeit verbannen (besonders in Zügen und Bussen). Weg mit den Bananen!
Wenn ich aber sage »Ich mag keine Bananen!«, schauen mich immer alle ganz verwundert und mitleidig an, als wollten sie sagen: 
»Ja warum denn nur? Dieses tolle, possierliche Früchtchen! Total lecker und so waaahhhnsinnig gesund!« – Pah, ich hasse Bananen so sehr!
»Und das, obwohl Du aus Afrika kommst?«, meinte mal wer.
»Ich komm ja gar nicht aus Afrika.«, antwortete ich.
»Na ja, aber fast.«
Ich rollte mit den Augen und sagte nichts. Außer: »Ananas ist auch sehr gesund. Die hat viele Enzyme, schmeckt WIRKLICH lecker und riecht auch nicht nach Würfelhusten.« Ich blieb unverstanden. Und es ist klar: Ich kämpfe alleine gegen Windmühlen. Aber neulich … Neulich hatte ich mit einer neuen Kundin im Studio einen Termin.
»Hallo, ich bin Hanane.«, stellt sie sich vor. Und fügt hinzu »Hanane, wie Banane nur mit H.« Ich mochte sie sofort.

Liebe Hanane. Solltest Du dies hier je lesen: Du warst mir übrigens WIRKLICH sehr sympathisch. Und genau deshalb mag ich Bananen jetzt immerhin ein kleines bisschen lieber. Denn: Eine Banane ist Hanane nur mit B. 

Freitag, 2. März 2012

Go-Go-Gadget-o!

Voll im Stress:
Wo ist noch mal dieser Chip, der in den Schuh gehört?
Mathe kann ich nicht. Technik versteh ich irgendwie auch nicht. Während ich mein ganzes Leben lang der Mathematik (mehr oder weniger) erfolgreich aus dem Weg gehe, kann ich auf Technik nicht verzichten. Schon alleine, weil ich das Laufen mit Musik so sehr liebe. Und da ich bei Puls 150 nicht besonders gut singe, bleibt halt nur der MP3-Player. Mein Pech. Denn irgendwie ist damit der Schritt zum App- und Gadget-Chaos nicht mehr sonderlich weit. Ja, ich geb’s zu: Ich hab längst den Überblick verloren. Und die Geduld. Bisher haben mich nur wenige bereichert, die meisten Apps und Gadgets stressten einfach nur. 
Wir placken uns doch unter der Woche schon mit üblen Programmen wie Excel oder Powerpoint rum und dann gehen wir abends oder am Wochenende laufen, zum Yoga oder Schwimmen. Hauptsächlich, um den Kopf wieder frei zu kriegen. Davon kann aber keine Rede mehr sein, wenn wir einen Chip in den Schuh legen, der dann erst mal Probleme macht, seinen Empfänger zu finden. Wir hoffnungsvoll den MP3-Player einschalten, dessen Akku nach wenigen Minuten der Aktivität den Geist aufgibt. Wir tragen ‘ne Pulsuhr, die den Schrittsensor und die Herzfrequenz nicht findet. Verlassen uns auf ein GPS, das ganz schön oft ‘nen Aussetzer hat. Wie bitte soll man so denn runterkommen und entspannen?
Neulich da hatte ich einen denkwürdigen Lauf. Alles ging gut, die Gadgets funktionierten. Als ich aber im Ziel ankomme, wird mir plötzlich eine maximale Herzfrequenz von 208 (!!) angezeigt. Ich bin entsetzt. Muss ich mir Sorgen machen? Soll ich zum Arzt? Aber mir geht’s ja sonst ganz gut – oder? Ich bin mir grad gar nicht mehr so sicher … 
Ein Lauf später (ich habe es überlebt), teste ich den miCoach von adidas mit allen Komponenten (App, Peacer, Herzfrequenz …). Es ist nicht das erste Mal. Sondern das zwölfte. Und irgendwie komme ich noch immer nicht damit klar. Ich zweifle an mir und kann mich kaum aufs Laufen freuen. Stattdessen frage ich mich unentwegt, ob das Gerät heute was aufzeichnen wird. Nada. Ich schwöre mir, damit aufzuhören. Mit diesen Gadgets. Das nervt doch alles. Einige Stunden später überschlagen sich die Tweets zur Trainingsaufzeichnung mit Sportics. Kann ich das einfach an mir vorbeiziehen lassen? Nein. Kann ich nicht. Meine Neugierde ist zu groß. Und schon häng ich wieder drin, in diesem Technikkrams, der aber immerhin nicht ganz so kompliziert erscheint und ‘ner Techniknulpe wie mir, das Leben zu erleichtern sucht. Danke dafür. Nachdem ich mich also zehn Stunden mit der Aufzeichnung meiner Läufe beschäftigt habe, geh ich jetzt erst mal wieder eine laufen. Und wie ich da so renne, wundere ich mich über meine Musik. Sie ist so … hä? Es dauert tatsächlich ganze drei Kilometer, bis mir klar wird, dass ich GAR keine Musik höre, weil ich meinen iPod vergessen habe. DAS ist mir noch NIE passiert. »Ich muss umkehren!«, schießt es mir in den Kopf, »Ohne Musik kann ich nicht laufen!« Aber nach fünf Kilometern stelle ich fest: Dieses frühlingshafte Vogelgezwitscher ist eigentlich gar nicht so übel. Die Luft riecht auch so angenehm und alles fühlt sich ganz entspannt an.
Ganz pur zu laufen, mit allen Sinnen und ohne Gadgets – vielleicht sollte ich genau das einfach mal ein bisschen häufiger machen. Ja, wir sollten uns nicht ganz so sehr von den Gadgets und der Trainingskontrolle vereinnahmen lassen. Vermutlich ist das eine Typsache, denn immerhin tragen die ganzen Gimmicks auch dazu bei, zum Sport zu motivieren. Und das ist ziemlich super. Aber mal ‘ne ganz andere Frage: Wo ist eigentlich mein Nike+-Sensor abgeblieben?


Übrigens – die neuesten Gadgets für Technikfreaks gibt’s hier zu sehen.