Mittwoch, 22. Februar 2012

Die Regeln des Sports.

8 Gebote. Von vielen weiteren.
»Mit den Knien nicht über die Zehenspitzen!«, »Rücken grade!«, »Arme hoch, denk an das Läuferdreieck!«, »Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule«, »Bei der Anstrengung ausatmen, bei der Entspannung einatmen!«, »Schultern hängen lassen!« 

Was soll das eigentlich alles? Die ganzen Vorschriften? Soll Sport nicht Spaß machen? Diese Fragen schießen mir ab und an durch den Kopf. Wären unsere sportlichen Aktivitäten nicht cooler ohne diese  Regeln? Wäre Fußball nicht unterhaltsamer, wenn es keine roten und gelben Karten gäbe? Oder Basketball nicht fairer, wenn man Schrittfehler machen dürfte?
Manchmal da versuche ich sie zu brechen, diese Regeln. Leider immer im falschen Augenblick. Neulich korrigierte ich eine Frau an der Chest-Press. Ich sagte nur: »Die Griffe ganz umfassen, nicht mit den bloßen Handflächen wegdrücken – sonst aber perfekt!« Und sie daraufhin laut protestierend: »DU hast das doch aber auch so gemacht!« Ich bemühte mich, mein Ertapptwerden hinter einem unschuldigen Lächeln zu verstecken. Es hat funktioniert. Ein komisches Gefühl blieb trotzdem. 
Dann war ich kürzlich laufen und hab mir einen Spaß draus gemacht, absichtlich gegen alle Regeln zu verstoßen: Ich ignorierte den spitzen Ellbogen, ließ meine Arme hängen, ja ich schlenkerte sogar wild mit ihnen hin und her. So, als sei ich ein kleines bisschen bescheuert (ich bin es nicht – WIRKLICH!). Außerdem landete ich bewusst auf der Ferse, streckte die Beine ganz durch und zog meine Schultern hoch. Und auch wenn es echt schwierig war, versuchte ich eine ganze Weile, den linken Arm gleichzeitig mit dem linken Bein nach vorne zu bringen! Genau in diesem Augenblick grüßte mich ein entgegenkommender Läufer. Ich hab keine Ahnung, wer das gewesen sein könnte, denn ich war so damit beschäftigt, alles falsch zu machen, dass ich die Welt um mich herum nur schemenhaft wahrnahm. Nachher musste ich über mich selbst lachen. Ein komisches Gefühl blieb trotzdem. Denn: Was denkt dieser andere Läufer jetzt von mir? 
Dann – das erzähle ich aber nur Euch – hab ich mir vor ein paar Tagen eine Rudereinheit im Studio vorgenommen. Eine Stunde davor verdrückte ich etwa 2,5 kg Pasta, 35 Schokokekse und trank dazu zwei Liter Tee, um anschließend zum Training aufzubrechen. Ich hab natürlich keine allzu coole Figur auf dem Rudergerät abgegeben: Mein Bauch nahm exorbitant viel Platz weg und mein Bewegungsradius war doch recht eingeschränkt. Ich hab tapferere 15 Minuten durchgehalten. Ein komisches Gefühl blieb trotzdem. 
Ich muss gestehen: Auf Dauer macht das keinen Spaß, die Regeln zu brechen. In Wahrheit glaube ich, sind die Regeln genau das, was den Sport ausmacht. Wer die Regeln draufhat, hat Spaß an seinem Sport. Wer die Regeln draufhat, kann mit anderen so wunderbar fachsimpeln – wenn die die Regeln auch draufhaben. Und das Allerwichtigste: Nur wer die Regeln draufhat, sorgt dafür, dass er richtig und gesund trainiert. Und außerdem gibt‘s die ganzen Regeln ja auch wegen uns. Uns Trainern. Es wär so verdammt langweilig, wenn wir überhaupt nichts zu korrigieren hätten. Trotzdem hab ich mir überlegt, demnächst mal mit Boxhandschuhen in den Zumba-Kurs zu gehen. Oder im Neoprenanzug zum Yoga? Nein, nein wartet – ich mach das hier (aber nur da, wo mich keiner kennt):

Aufs Bild klicken, um das Video anzusehen


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Bist Du bei deinem "Experiment" auch mit einem Pferd zusammengestoßen? Oder einem Drahtesel vielleicht :D

Anonym hat gesagt…

Als Kind bin ich immer im Hopserlauf zur Schule. Das erinnert ein ganz kleines bisschen an Phoebe.

KÖRPERGOLD hat gesagt…

DIESES Experiment kommt ja erst noch. Das wird sehr spannend … :o)

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Hopserlauf ist was Großartiges. Sollte man eh viel öfter mal machen!

Anonym hat gesagt…

Du meinst ob Du oder das Pferd umfallen. Natürlich nur wegen deines enormen Tempos. Nicht wegen der Masse ;D

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Etwas zweifle ich daran, dass man mit DER Technik besonders viel Tempo aufbauen kann … Aber hey, viel Schokolade, viel Krafttraining – mit ‘nem Pferd nehme ich‘s doch locker auf! Das kriegt ja nur Heu und Möhren :o)

Anonym hat gesagt…

Da muss man vor allem nix beachten, außer dass es möglichst "hopsig" aussieht. Die Fortgeschrittenen können noch mit der flachen Hand auf die Schenkel schlagen, um Hufgetrappel zu imitieren ;)

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Ich seh‘s schon vor mir:
»Immer dienstags um 19 Uhr in Kursraum 1: Hopserlauf für Anfänger. Der Fortgeschrittenenkurs findet eine Stunde später statt.«

Ich wär dabei!