Dienstag, 5. Juli 2011

KÖRPERGOLDs Liste der 10 größten Stylingsünden beim Sport.

Der klassische
Ich-bin-nicht-da-Look-Typ.

1. Der Lagenlook
Der Lagenlook ist immer in, irgendwie. Und das ist ja auch kein Wunder – im Winter. Der Lagenlook schützt bei flotten Alsterrunden vor gefährlichen Sturmböen, spontanem Starkregen und Schneegestöber. Doch es gibt Sportler, die den Lagenlook so sehr mögen, dass sie auch im Sommer und im Fitnessstudio nicht ohne ihn können. Man erkennt sie daran, dass sie ein langärmliges Shirt tragen. Darüber dann ein kurzärmliges, ein kurzärmliges, ein kurzärmliges und dann noch eines ganz ohne Arme. Und meist nehmen diese Kollegen nicht nur eine Menge mehr Raum ein als andere, sie schwitzen irgendwie auch wie bekloppt.

2. Der Nix-an-Look
Der Nix-an-Look ist sehr gefährlich. Oft schnellt die Herzfrequenz derer Menschen rapide in die Höhe, die sich in unmittelbarer Umgebung der Nix-an-Look-Träger aufhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass man für einen Bruchteil einer Sekunde mit völliger Verwirrung und Blackouts rechnen muss, weil man das schmale Etwas um die Hüfte der Nix-an-Look-Träger (die meist weiblich sind) nicht recht zuordnen kann. In diesen Sekundenbruchteilen kommt es häufig zu Unfällen: Hanteln fallen auf Füße, Medizinbälle werden nicht gefangen … Und erst später, bei genauerem Hinsehen, offenbart sich das schmale Etwas um die Hüfte dann doch als ein echtes Kleidungsstück. Männliche Nix-an-Look-Träger hingegen greifen sehr gern zum engen, hautfarbenen Tanktop. Betreten sie die Bühne des Geschehens, steigt oder fällt die Herzfrequenz allerdings umgekehrt proportional zum Bauchumfang.

3. Der Blender-Look
Der Blender-Look setzt sich wie folgt zusammen: Odlo-Shirt, Nike-Sonnenbrille, Adidas Running-Belt (der z.B. befüllt ist mit PowerBar Iso-Active-Getränken), Reebok-Tights, Asics-Socken und Brooks-Laufschuhe. Das iPhone trägt der Blender lässig um den Oberarm geschnürt – im dafür vorgesehnen iPhone-Sportcase (wasserdicht). Auf dem iPhone ist die Runtastic-App aktiviert. Man selbst kommt sich ganz schlecht vor neben diesem perfekt ausgestatteten Sportlerexemplar. Aber nur so lange er sich nicht bewegt. Läuft er los, entlarvt er sich selbst als blutiger Laie: wild schleudert er mit den Armen, der Oberkörper ist viel zu weit vorgelehnt und dann stolpert er auch noch über seine eigenen Füße. Aber den Marathon, den läuft er trotzdem nächste Woche. Sorry, vielleicht solltet Ihr in Eurem Blender-Look einfach mal den Weg frei machen, in den No-Sports-Look (s.u.) schlüpfen und dann mal mit dem Training anfangen. Okay? Ja, danke.

4. Der Hip-Hop-Look
Der Hip-Hop-Look ist supercool, superlässig und voll gediegen. Gewesen. Und zwar in den 90ern, wo Jogginghose, Kapuzenpulli und Basecap unerlässlich waren. Das einzige, was die Sportler im Hip-Hop-Look nicht mehr haben, ist ein geschulterter Ghettoblaster. Wohl, weil das mit den Klimmzügen dann irgendwie noch anstrengender werden würde. Darum tragen sie stattdessen riesige bunte Kopfhörer, die total super sind, weil ihre ganze Umgebung mithören kann. Enttäuschend ist dann allerdings, wenn da noch nicht mal Hip-Hop rauskommt, sondern HP Baxxter oder Rhianna – Musik, die wirklich JEDER Fitnessstudiobesucher gerne hört. Merci dafür.

5. Der No-Sports-Look
Der No-Sports-Look ist die Uniform des Sporteinsteigers. Er hat sich ein Ziel gesetzt. Und das wird er erreichen – um jeden Preis: Bis zum Urlaub müssen die zehn Kilo runter. So schwer kann das ja nicht sein. Alkohol nur am Wochenende, Burger dann halt jeden zweiten Tag und ein bisschen Bewegung – dann klappt das auch. Blöd nur, dass da kein passendes Outfit im Schrank ist. Und für die paar Wochen, lohnt sich eine Neuanschaffung nicht. Weil der Speck weg muss, gehen ja auch locker diese XXL-Sweater und Jogginghosen aus vergangenen Jahrzehnten, die da irgendwo in der hintersten Ecke im Schrank verweilen. Passt – und ab dafür. Nur einen Tipp möchte ich Euch gerne mit auf den Weg geben: Es kann ganz schnell passieren, dass man sich in so einem ungeheuerlich großen Hosenbein verfängt. Echt. Ist mir mit den Schlaghosen früher auch mal passiert.

6. Der Ich-bin-nicht-da-Look
Der Ich-bin-nicht-da-Look hat etwas ganz Possierliches. Sein Träger, also der Ich-bin-nicht-da-Look-Typ, hasst Fitnessstudios abgrundtief und es ist ihm wahnsinnig peinlich überhaupt da zu sein. In der Hoffnung, nicht gesehen zu werden, heftet er seinen Blick konsequent auf den Boden und versteckt sich in möglichst unauffälliger Kleidung. Weite Schnitte sind ein Muss. Die Farben decken sich in der Regel mit der natürlichen Umgebung. Wenn sein Outfit ähnlich wirkt wie die Studioeinrichtung, dann ist der Ich-bin-nicht-da-Look-Typ glücklich. Sein Haupt steckt übrigens meist unter einer grauen oder schwarzen Kapuze oder unter einem Basecap. Und das ist auch gut so.

7. Der Cindy-aus-Marzahn-Look
Viel muss man zum Cindy-aus-Marzahn-Look nicht sagen. Nur, dass er auch Hello-Kitty-Look heißen könnte und man sich wundert, wie viele Fans er bei den über 40-Jährigen hat. Warum, ist bislang ungeklärt. Entschuldigung? Die Farbe Pink ist einfach out, sobald man über acht ist. Es wäre so schön, wenn das mal endlich ein allgemeingültiges Gesetz werden würde.

8. Der Camouflage-Look
Der Camouflage-Look ist ziemlich out. Am outesten, eigentlich. Wo man ihn vor einigen Jahren noch cool zur Party tragen durfte (das war in den Zeiten, da Mel B auch noch irgendwie cool war), ist er heute wieder nur den Leuten vorbehalten, die beim Militär arbeiten. Und das sind ja nun nicht mehr allzu viele. Was vielleicht erklärt, weshalb der Look so unendlich out ist.

9. Der Business-Look
Der Business-Look wirft in erster Linie Fragen auf: Sind das Turnschuhe? Man weiß es nicht genau, aber das Schuhwerk des Business-Look-Typen erinnert an die Slipper von Sonny & Rico (zur Erinnerung: das waren die Typen von Miami Vice). Er trägt außerdem ein Polohemd, bei dem man ständig das Gefühl hat, es fehlt etwas. Entweder der Reiter mit dem Poloschläger oder die Krawatte – vielleicht auch beides. Auch die Frisur ist grenzwertig: Sind die Haare nass? Nein, es scheint eine Gelfrisur. Na, immerhin kann da nichts verrutschen, wenn der Business-Look-Typ beim Crosstrainer in einem Anflug von Risikobereitschaft den Schwierigkeitslevel von eins auf zwei stellt. Bitte Vorsicht, dass dabei nicht der teure Siegelring vom Finger rutscht.


10. Der Farben-Wirrwarr-Look
Der Farben-Wirrwarr-Look tut weh. Und zwar im Auge. Warum genau muss man Lila zusammen mit Grün und Gelb tragen? Was haben wir getan, weshalb wir Altrosa, Orange und ein merkwürdig ausgebleichtes Braun ertragen müssen? Ich weiß Grün ist die Farbe der Hoffnung, aber wieso muss es Neon sein? Ja, Rot ist eine Signalfarbe, aber was genau wollt Ihr Farben-Wirrwarr-Look-Träger uns mitteilen? Dass Miracoli fertig ist, wenn ihr mit diesen leuchtenden Schuhen wieder nach Hause kommt? Ich würde für Euch so gerne mal ein Date mit dem Ich-bin-nicht-da-Look-Typen arrangieren. Vielleicht geht da was. Also mich würd’s freuen. 

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