Montag, 14. Februar 2011

Herz oder Hanteln.

Herzallerliebst: Pärchensport!
Man muss sich schon entscheiden. Finde ich. Nur ganz wenige kriegen es nämlich hin, sich nicht lächerlich zu machen, wenn sie als Pärchenformation im Fitnessstudio auflaufen. Mir ist genau ein Paar bekannt. Und dem zolle ich großen Respekt. Schade, ich denke, die beiden werden diese Worte hier nie lesen – und trotzdem: Daumen hoch für Euch. Für die anderen: Geht weg. Bitte. Oder was soll man davon halten, wenn sich Mann und Frau alle fünf Minuten aus anderen Ecken des Studios entgegenfliegen, Zärtlichkeiten austauschen? Küsschen hier, Küsschen da. Händchen haltend die Geräte wechseln. Na, was nun? Wollt Ihr Amor oder Armcurls? Herz oder Hanteln? Trainieren oder kopulieren? Verzeiht. Ich bin tatsächlich etwas aufgebracht – heute am Valentinstag. An jenem Tag, an dem Studios neuerdings sogar das Pärchentraining forcieren, indem sie mit Partnerangeboten werben, die eigentlich gar nicht gehen. Pärchen-Pump, sag ich nur. Ich pump auch gleich. Mein Essen nach oben. Und nein! Ich will auch keine Rose haben, wenn ich zum Trainieren einchecke. Danke. Ich schaff’s auch ganz gut ohne. Das überspannt den Bogen dann doch – selbst den Amors. Also ich bin heute nicht am Start. Und ja – ich ahne es: Ich werde vermutlich ganz allein dastehen. Weil dieser 14. Februar immer mehr Freunde findet und mich zum Feind hat. Aber vielleicht stoße ich einfach mit einer ehemaligen Kollegin an. Darauf, dass er bald schon wieder vorüber ist. Eine echt nette Ex-Kollegin. Die einzige, die die tiefe Abscheu für den Valentinstag mit mir zu teilen scheint. Einst schrieb sie mir (und Achtung: alle Romantiker unter Euch sollten spätestens JETZT aussteigen) diese herrlichen Zeilen – eine Persiflage auf Luciano De Crescenzo:


Jeder von uns ist ein Depp
mit nur einer Gehirnwindung;
wenn wir uns umarmen,
können wir gleichzeitig laufen und sprechen ...

So und ich mach heute draußen Sport. Die Pärchen, Valentin, die ganzen Herzen und Amor sind ja drin. Beim Pärchen-Pump. Viel Spaß!

Dienstag, 8. Februar 2011

Das härteste Rennen der Welt.

Jede Sekunde zählt. Jeden Morgen wieder.
Eis. Stacheldraht. Schlamm und Schweinehunde. All das gilt es zu besiegen in nur einem Rennen. Es nennt sich Tough Guy Race und soll das härteste Rennen der Welt sein. Letzte Woche fand es statt – wie jedes Jahr in England. Nur dieses Jahr gewann es ein Medizinstudent aus Deutschland. Daumen hoch! 5 x Marathon. Aber an einem Stück. In einer Gluthitze bei 48 °C. Mitten in der Wüste. Der Badwater Ultra-Marathon. Er soll – oh Wunder – das härteste Rennen der Welt sein.
1.576 Stufen. 86 Stockwerke in rund zehn Minuten. Der alljährliche Treppenlauf im Empire State Building – er fand auch letzte Woche statt. Und noch ein Zufall: Auch hier gewann ein Deutscher das Rennen. Und zwar zum sechsten Mal hintereinander. Der muss verrückt sein! 
Und apropos Treppen. In der Schweiz gibt es ebenfalls einen Treppenlauf. Auf der längsten Treppe der Welt mit 11.674 Stufen. Der fand noch nicht statt – erst am 4. Juni. Für Interessenten: Die Anmeldung läuft – hopp, hopp! 
Und dann gibt es auch noch diesen Wettkampf: der Strongman Run in Weeze. Noch so ein fieser, fieser Hindernislauf. Die Läufer bezwingen Hindernisse wie den Kiesimandscharo, Double Trouble, Down Under, Hot Wheels oder die Eifeler Nordwand. Ein oft gesehener Teilnehmer, der stets beherzt durch Schlamm watet, über Reifen springt und Heuballen beklettert: Joey Kelly. Ein tapferes Kerlchen! 
Aber nein – das waren längst nicht alle Extrem-Wettkämpfe. Es gibt noch sehr viel mehr. Aber ganz gleich, wie extrem sie auch sind. Das härteste Rennen der Welt ist und bleibt für mich noch immer das: 8.28 Uhr. Februar. Viel zu spät aufgestanden. Draußen Hamburger Schietwetter. Kalt. Regen. Sturm klatscht dir das nasse Haar ins Gesicht. Hindernisse: die davoneilende Zeit, der wehende Wind, die Ampeln. Die Herausforderung: in die Bahn springen, bevor sich die Türen vor dir schließen. Und das Gemeine: Wenn man hier tatsächlich gewonnen hat, kriegt es keine Sau mit. Und einen Preis erhält man auch nicht. 
Hart, oder?