Montag, 10. Januar 2011

Bitte nicht stöhnen!

Gewichte können einem das Leben schon schwer machen
(wobei die hier ja wirklich harmlos sind …)
An manchen Tagen könnt ich echt schreien. Und: Nein – es hilft NICHT, wenn andere das für mich übernehmen. Schon gar nicht beim Sport. Neulich begann ich mitten im Training ernsthaft an meinem Musikgeschmack zu zweifeln, weil sich in das Lied „After the rain“ von Dunkelbunt plötzlich merkwürdige Zwischentöne mischten. Im Zeitalter der MP3s können sich ja flugs schon mal fiese Songs mit in die Playlist verirren. Und mein Lied wurde zunehmend unrhythmischer, die Zwischentöne dissonanter, so dass ich mich nur noch schwerlich auf meine Übung konzentrieren konnte. Es dauerte wirklich lange, bis ich begriff: da schrie jemand. Nein, vielmehr war es ein Konglomerat aus Schreien und Stöhnen. Und als ich mich da so umdrehe, sehe ich, wie sich dieser Typ schräg hinter mir mit einer brutal schweren Langhantel zofft. Ach, aber gut zu wissen: Er liegt nicht etwa im Sterben oder so, er brüllt einfach nur die Hantel an. Meine beste Freundin (sie stöhnt auch gerne mal) behauptet, stöhnen befreit. Ja, die anderen. Mich stresst es. Außerdem würde es mich interessieren, ob es hilft. Vor allem, ob es dem Muskelzuwachs irgendwie zuträglich ist (bitte teilt mir Eure Erkenntnisse umgehend mit). Zugegeben: Die Atmung ist schon wichtig beim Krafttraining (dazu interessante Erkenntnisse zur Pressatmung). Aber das hier ist schon reichlich uncool bis peinlich. Wenn der Kollege weniger Kilos stemmen würde, dann müsste er gar nicht so lärmen. Wie schwer die Hantel war? Na – so 1.000 Kilo schon, schätze ich. Mit bösen Blicken, versuchte ich Superman zum Schweigen zu bringen. Ich hatte es fast befürchtet: es brachte nix. Er brüllte weiter, ich brach mein Training aus Protest ab. Ruhe war es, die ich suchte und so spielte ich mit dem Gedanken eines Saunagangs. In der Umkleidekabine traf ich auf eine Frau, auf deren Schultern die ganze Last der Welt ruhte. So vermutete ich – denn sie stöhnte in einer Tour, während sie sich ankleidete. Diese Hose, sie musste gefühlt 30 Kilo wiegen. Als die Frau es endlich unter dauerndem Wehklagen geschafft hatte sich in sie hineinzumanövrieren, schlurfte sie jammernd unglaublich schweren Schrittes davon. Sport ist halt echt kein Spaziergang. Ich schnell in die Sauna. Dort dann: Ein junges, unschuldiges Mädel. Sie ächzte und ja sie sagte tatsächlich: „Ach Gott, ist das heiß!“ Nun. Das überraschte mich. Heiß? In der Sauna? Warum das denn? Ich stöhnte. Nur des Stöhnens wegen aber. Ehrlich!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ich stöhne gern! deine beste freundin hat recht, es befreit ungemein!

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Auch wenn ich mich dabei ein wenig schäme: Ich werd's mal testen. Leise. Und ganz vorsichtig. Wenn keiner guckt …

Anonym hat gesagt…

Bei hartem Training kann ich das voll nachvollziehen, dann ist einem auch relativ egal ob man jemanden stört, weil nur das Gewicht zählt.

Zb dieser Artikel drückt ganz gut aus was ich meine, und worum es jedes mal geht:

http://www.derwillezurkraft.de/content/mentale-trainingsbooster-i-%C3%BCber-das-vorstellungsverm%C3%B6gen

Natürlich ist es mehr als nur nervend wenn jeder Hautständer mit 10kg Curlt und sich anhört als würde man ihm den Arm amputieren.

KÖRPERGOLD hat gesagt…

Respekt. Das ist ein toller Artikel!
Aber lautes Stöhnen – egal in welcher Form – ist trotzdem doof.