Mittwoch, 28. Dezember 2011

Beckenbodenboom.

Das Mysterium Beckenboden.
»Hey, Du da hinten mit dem Beckenboden. Sei still und setz Dich hin!«
Mir wird warm. Ich glaube, ich werde rot, aber ich tue, wie mir befohlen: Ich bin still und setze mich hin. Auf meinen Beckenboden. Und als ich nach oben blicke, kreisen sie da über mir, die Beckenböden. Dutzende … Dann wache ich schweißgebadet auf. Ich bin auf dem Sofa eingenickt, aber augenblicklich fällt es mir wieder ein: Ich MUSS DRINGEND mehr über den Beckenboden recherchieren. Denn tatsächlich wurde ich in den letzten drei Monaten ca. 485 Mal gefragt, wie man am besten den Beckenboden trainiert – und ich gebe zu, das hat mich verwirrt. Was ist da passiert? Auf einmal will keine Sau mehr Bauch-, Beine-, Po-Übungen haben, alle wollen den Beckenbodenmuskel kräftigen. Das macht mich nervös. Ich google. Stundenlang kämpfe ich mich von TenaAlways über zweifelhafte Animationen wie diese hin zu Wikipedia. Studiere Seiten, die Anatomie und Physiologie erklären und finde eine Menge heraus. Zum Beispiel, dass man den Beckenbodenmuskel auch den Liebesmuskel nennt (pah! – das erklärt alles). Und ich finde kryptische Übungsanleitungen wie »Legen Sie beide Hände auf den unteren Bauch, schieben Sie die Sitzknochen zueinander, ziehen Sie gleichzeitig den Nabel nach innen und zu den Rippen nach oben.« oder »Legen Sie sich auf den Rücken, stellen Sie die Beine auf, drücken Sie das Becken nach unten – dabei heben Sie es vorne etwas an, spannen Sie die Beckenbodenmuskulatur an.« Wer soll das denn bitte kapieren?
Ich gebe zu, ich bin kein allzu großer Fan vom Beckenbodenmuskel. Aber alle unsere Muskeln sind schließlich Körpergold und damit wert, trainiert zu werden. Auch der olle Beckenbodenmuskel. Also recherchiere ich weiter und finde folgende acht wichtige Dinge über ihn heraus:

1. Du bist ein Mann? Ja, auch Du hast einen Beckenboden!
2. Der Beckenboden schließt unseren Körper mit Binde- und Muskelgewebe nach unten hin ab.
3. Seine Funktionen sind: Heben, Tragen, Öffnen, Schließen, Ausscheiden, Zurückhalten, Anspannen.
4. Eine Geburt, chronische körperliche Überlastung oder Übergewicht sind z.B. Faktoren, die den Beckenbodenmuskel schwächen – hier sollte man tatsächlich über eine gezielte Stärkung nachdenken.
5. Das erklärt auch, weshalb es nach der Geburt im Rahmen der Rückbildungsgymnastik immer ein Beckenbodentraining gibt.
6. Liebesmuskel heißt der Beckenbodenmuskel deswegen, weil ein gut trainierter bei Frauen das Lustempfinden steigern soll und bei Männern die Ausdauer – wodurch bei beiden die Intensität des Orgasmus erhöht wird, so sagt man.
7. Wer an Blasenschwäche leidet, kann durch gezielte Beckenbodenübungen dagegen angehen.
8. Und wer keinen Schimmer hat, wie man den Beckenboden anspannt: Einfach mal beim Urinieren den Fluss unterbrechen – bravo, Du hast es geschafft!

Ansonsten: Bitte beruhigt Euch. Der Beckenbodenmuskel ist ein Muskel wie alle anderen auch. Wer ohnehin fleißig trainiert und sich ein gutes Körpergefühl angeeignet hat – sei es durch Pilates, Yoga, Ganzkörperkräftigungsübungen etc. – kräftigt automatisch auch seinen Beckenboden (insbesondere bei Bauchübungen). Und das heißt: In den meisten Fällen ist es überflüssig, ihn isoliert (also gesondert) trainieren zu wollen. Wer noch Fragen hat, kann ja mal hier klicken. Und hier gibt’s Übungen. Ich hab erst mal echt genug vom Beckenboden und trainier jetzt schön meinen Bizeps. Den sieht man wenigstens.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Die Unterhose.

Was ist da nur geschehen?
Verzeiht bitte meine Indiskretion – aber: Treibt Ihr mit oder ohne Unterwäsche Sport? Ich frage nur, weil ich neulich eine ungeheuerliche Entdeckung machte. Während meiner Spätschicht im Fitnessstudio. Die Geschichte ist schnell erzählt. Sie ist quasi genauso kurz wie schockierend.
Ich also in meiner Spätschicht. Die Aufgabe des Trainers in der Spätschicht ist es, am Ende des Tages dafür zu sorgen, dass alles schön ordentlich ist, keine Hanteln mehr herumliegen, keine Wasserflaschen herumstehen, die Geräte sauber sind … Kein Problem für mich. Ich mache meinen letzten Rundgang, lasse die Augen wie Argus umherschweifen. Alle Bälle da wo sie sein sollen? Die Matten gerade? Die Gewichte schön aufgereiht? Perfektionisten können in dieser Aufgabe richtig aufgehen. Eine Freude, diese Spätschicht. Ich gehe langsam. Hier, ein Papierschnipsel. Und – was bitteschön ist das? Es ist … – oh mein Gott. Wär ich eine dieser Frauen, die ständig aufkreischen, würde ich es genau jetzt tun. Denn da liegt eine Unterhose. Am Crosstrainer. Alleine – ohne Besitzerin. 
Ich bin sprachlos, weiß fünf wertvolle Minuten lang nicht, was ich tun soll und schüttle darum einfach nur immer wieder den Kopf. Eine traurige Übersprungshandlung. Dann fasse ich mich, streife mir die Einweghandschuhe über und entsorge den Slip. Das war’s. Keine aufregende Story – mag der ein oder andere von Euch denken. Aber ich sage Euch: Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Seitdem irre ich nämlich recht konsterniert und völlig verstört durch diese Welt. Ich meine: Was muss passiert sein, dass man seine Unterhose am Crosstrainer zurücklässt? Nein, eigentlich will ich es gar nicht wissen. Und dennoch beschäftigt sich mein Kopf ständig mit dieser Frage. Ich male mir die aberwitzigsten Szenarien aus. Vielleicht steckte die Unterhose in der Hosentasche und fiel einfach heraus. Allerdings: Weshalb sollte jemand einen Slip in der Hosentasche tragen? Ich weiß es nicht. Vielleicht hatte die Besitzerin unglaublich seidig glatte Haut und sie rutschte runter (sorry – ich, das gebrannte Werbekind), durchs Hosenbein hindurch … ja, völlig unrealistisch. Ich weiß. Vielleicht war der Frau zu warm? In meinem Kopf gibt es einfach keine Lösung. Aber vielleicht ja in Eurem. Bitte, so erlöst mich doch – wenn irgendwer zur Klärung dieses Falls beitragen kann, schickt mir eine Nachricht. Gern auch anonym. Vielleicht gehörte sie ja Euch, diese Unterhose. Und vielleicht gibt es eine ganz harmlose Erklärung für alles. Ich wäre unendlich erleichtert! Danke für sachdienliche Hinweise.

Montag, 21. November 2011

Die Spiegel.

Werbetexte müssen gar nicht gut sein. Manchmal
reicht es, wenn sie einen wunden Punkt treffen.
Was viele gar nicht wissen: Im Fitnessstudio kann man richtig was lernen. Zum Beispiel, wie man sich schnell in Sicherheit bringt, wenn unerwartet irgendwo irgendwelche Hanteln herabfallen, Kettlebells oder Medizinbälle ihr Ziel verfehlen oder wenn Menschen plötzlich ausrasten (u.a. weil Geräte besetzt/kaputt/unverständlich/alt/schmutzig sind, die Musik zu laut/leise/doof/langweilig/komisch ist, die Trainer inkompetent/unfreundlich/zu wenig hilfsbereit/aufdringlich/abgelenkt sind). Doch eine der wichtigsten Lektionen, die ich im Fitnessstudio gelernt habe, betrifft die Spiegel. Habt Ihr je gezählt, wie viele Spiegel in so einem Studio hängen? Nein? Ich schon. Es sind um die 26 (dass man sich in den großen Fensterfronten abends auch sehen kann, hab ich außer Acht gelassen). Diese Spiegel können drei ungeheuerliche Dinge mit dir machen:

1. Dich zeigen (so wie du dich kennst)
2. Dich zeigen (so wie du dich auf keinen Fall freiwillig zeigen würdest)
3. Andere zeigen (so wie sie sich auf keinen Fall freiwillig zeigen würden)

1. Dich zeigen (so wie du dich kennst)
Halte ich mich zu lange im Studio auf, fühle ich mich zuweilen ein bisschen so, als würde ich von mir selbst verfolgt werden. Schön ist das nicht. Da denkst du an nix Böses, guckst zur Seite – und DA! Siehst du dich selbst. Manchmal ignoriere ich mich einfach. Gelegentlich aber (meist sehr spät am Abend, wenn kaum mehr Leute da sind), winke ich mir im Vorbeigehen auch schon mal selbst zu. Und dann lächle ich freundlich zu mir zurück. Natürlich haben die Spiegel ihre Daseinsberechtigung. Wir brauchen sie, um zu gucken, ob wir bei der Kniebeuge im Ausfallschritt im rechten Winkel runtergehen. Oder beim vorgebeugten Rudern den Rücken gerade halten. Dann sehen wir uns so, wie wir uns kennen. Aber das ist nicht immer so …

2. Dich zeigen (so wie du dich auf keinen Fall freiwillig zeigen würdest)
Manchmal wirft ein zufälliger Blick in den Spiegel auch Fragen auf:
• Wenn ich meinen Kopf so leicht zur Seite neige und mit den Augen nach unten schaue – dann hab ich ja wohl voll den Schlafzimmerblick. Guck ich immer so?
• Hä? Ich war doch grad beim Frisör, wieso sieht das denn jetzt SO aus?
• Moment mal, das Blau meiner Schuhe passt nicht wirklich zu dem Shirt, oder?
• Warum bin ich heute eigentlich so unglaublich blass?
• Äh, hat eben etwa JEDER mitbekommen, dass ich meine Unterhose zurechtgerückt hab? (Und das waren noch die harmlosen Fragen …)

Dass ich nicht alleine mit meinen Gedanken bin, bewies mir neulich eine Frau.
„Der Spiegel da macht doch fett!“, beschwert sie sich bei mir. Eigentlich wollen wir gemeinsam einen Trainingsplan erstellen, doch jetzt sind wir auf der Suche nach der Stelle am sechs Meter langen Spiegel, die uns am schönsten aussehen lässt. „Da, guck, da seh ich normal aus!“, ruft sie und wir sind beide erleichtert, können wieder aufatmen.

3. Andere zeigen (so wie sie sich auf keinen Fall freiwillig zeigen würden)
Viel lustiger sind die Dinge, die Spiegel mit anderen machen. Du stehst so da, ein bisschen in Gedanken und dein Blick fällt in den Spiegel. Statt dich selbst anzuschauen, guckst du aber mal deinen Nachbarn an. Muhahaha, was macht der denn da? Und was zieht er für ‘ne Grimasse? Oh, er guckt. Schnell wieder so tun, als schaue man nur sich selbst an, was ja voll gelogen ist … Merkt der andere aber gar nicht. Manchmal reiten sich die Leute auch einfach selbst voll rein. Neulich passierte nämlich Folgendes: Ein junger, gut aussehender Typ auf der Trainingsfläche – er ist der letzte Gast – und er glaubt sich ziemlich unbeobachtet. Als ich vorbeilaufe lupft er gerade sein T-Shirt und mustert im Spiegel sehr genau von allen Seiten seine Bauchmuskeln. Dann starrt er mich vom Spiegel aus erschrocken an.
„Ähm, was machst Du da?“, frag ich und bringe ihn ordentlich in Verlegenheit.
„Ich, äh, ich hab mir nur meine Bauchmuskeln angeschaut! Machst Du das nie?“
„Pffff. Nein. NATÜRLICH NICHT!“, ich lache.
Er schaut mich völlig eingeschüchtert weiter über den Spiegel aus an. Hätte er mir direkt ins Gesicht gesehen, hätte er es vielleicht bemerkt. Mein nervöses Zucken über’m Augenlid. Hat er aber nicht. Braver Spiegel. Manchmal sind sie halt doch zu was gut. 

Dienstag, 1. November 2011

Der Kampf im Kopf.

Manchmal sind es simple Tricks,
die motivieren …
Der Herbst ist ein Arschloch. Denn ich will nicht. Dabei will ich immer. Nur jetzt plötzlich nicht mehr. Aus bekannten Gründen, die das Arschloch zu verantworten hat: November. Kalt. Ungemütlich. Düster. Ihr kennt das doch, oder? (bitte sag einer „ja“ …) Statt begeisterte Lauflust, sind da nur zügellose Fressflashs. Ich kämpfe mit mir selbst, bevor ich überhaupt eine Chance habe, in die Sportklamotten zu kommen. Aber nachher sagen zu müssen, ich wollte, aber ich bin nicht, finde ich beschämend. Das gibt mir ‘nen Tritt in den Hintern. Und: Wie soll ich Euch motivieren, wenn ich selbst unmotiviert bin? Eben. Das gibt mir den zweiten Tritt in den Hintern, der mich tief in die Trickkiste greifen lässt. Ich hole meinen Motivationsplan hervor. Der Motivationsplan sagt: Schalte Deinen Kopf aus und mach nur das, was auf dem Plan steht. Ich gehorche. Nummer eins: Kauf neue Sportklamotten! Mein Kopf (er ist ausgeschaltet) will da plötzlich laut mitreden. Vergiss es, ich lass dich nicht! Und so ziehe ich los in den schönsten Sporttempel, den ich kenne. Kaufe die grell blaueste Laufjacke, die die Welt je gesehen hat, neue Laufhosen dazu und hänge mir beides gut sichtbar mitten in die Wohnung. Der Kopf meldet sich etwas schüchtern und sagt „Hey, ich will das anziehen!“ Ruhe, ruf ich. Weiter im Plan. Nummer zwei: Keine Schokolade! „Was, spinnst du?“, der Kopf tickt fast aus. Lass mich doch erst mal weiterlesen im Plan. Nummer zwei: Keine Schokolade, wenn du nicht läufst! Der Kopf entspannt sich wieder. Und ich schau vorsichtshalber noch mal in den Schrank, ob genügend Schokolade da ist. Ja. Klar. Und wenn ich jetzt loslaufen würde, könnt ich gleich anschließend hier noch was platt machen. Chili-Kirsch. Oder die andere da. Gibt ja genügend. Oh, das wär toll. Nicht ablenken lassen. Nummer drei: Sei cool und mach das anders als die anderen! Lass Dir was einfallen. Ab sofort läufst du immer mit zwei verschiedenen Socken. Nur in Shorts. Nur bei Regen. Nur mit Stirnband. Du singst oder summst die ganze Zeit mit (das ist gut, hindert Dich nämlich daran, zu schnell zu laufen). Oder: Dafür entscheide ich mich, laufe, während alle anderen „Bauer sucht Frau“ gucken. Nummer vier: Nimm was mit auf den Weg, was Du gerne hast! Deine Lieblingsmusik, Dein Lieblingshörbuch, Dein Lieblingssportkumpan, Dein Hund. Nummer fünf: Denk nicht drüber nach, mach einfach! Yogastunde, Schwimmen, Intervalltraining, Studio? Pack die Sachen und GEH los! Nummer sechs: Klopf Dir auf die Schulter, wenn Du’s geschafft hast! Das war groß. Du hast gerade Deinen Körper wachgerüttelt, für regen Sauerstoffaustausch gesorgt, die Zellen erfrischt und Deine Muskeln eingesetzt. Wenn das keine lobenden Worte wert sind, weiß ich auch nicht. Nummer sieben: Du kannst Deinen Kopf jetzt wieder einschalten, aber sorg dafür, dass er mitzieht und nicht zu Deinem Gegner wird. Wenn doch, dann greifst auf Nummer acht zurück. Nummer acht: Mail mir! diana.dua@koerpergold.de. Ein paar Tricks hab ich da noch auf Lager. Aber sorry, ich muss los, dem Arschloch Herbst in den Hintern treten.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Der ultimative Fitnessstudio-Benimm-Test.

1. Warum ist es so wichtig, ein Handtuch mit auf die Trainingsfläche zu nehmen?
  • a) Weil ich mir damit die Geräte reservieren kann.
  • b) Weil ich es prima über den Kopf werfen kann und mich dann keiner sieht, wenn ich Klimmzüge und Liegestütz probiere.
  • c) Weil es Schöneres gibt, als sich in die Schweißlachen anderer zu setzen.
  • d) Weil man damit coolen Typen und heißen Mädels so schön auf den Hintern hauen kann.

2. Was machst Du, nachdem Du eine Hantel benutzt hast?
  • a) Eine … – was?
  • b) Ich nehme sie mit nach Hause (so was kann ich gut gebrauchen).
  • c) Ich bring sie dahin zurück, wo sie hingehört.
  • d) Ich lass sie da liegen, wo ich gerade stehe. Die war eh viel zu schwer (und der Trainer macht das schon).

3. Wer ist der Mann mit Turban und wie verhältst Du Dich ihm gegenüber?
  • a) Oh Gott. Schon wieder so ein Verrückter. Ich verdreh die Augen, geh an ihm vorbei und hoffe, dass er mich nicht anspricht.
  • b) Das ist der heilige Fitnessstudiobetreiber. Ich schreie ihn an und fordere ihn dazu auf, meine Monatsrate zu verringern.
  • c) Es ist der Yoga-Lehrer, ich grüße ihn freundlich und gehe sofort in die ehrfürchtige Stellung des Kindes. 
  • d) Das ist Lord Voldemort, der da unter dem Turban steckt! Ich schwinge den Zauberstab und rufe laut „Expelliarmus“.

4. Der wichtigste Grund, um ins Fitnessstudio zu gehen?
  • a) Bei mir wird renoviert – und ich habe gerade keine Dusche zu Hause.
  • b) Im Büro gab’s heut irgendwie gar nix zu lästern!
  • c) Es gibt keinen.
  • d) Endlich mal wieder in entspannter Atmosphäre mit wildfremden Leuten über meine Probleme reden.

5. Welches Schuhwerk wählst Du für Dein Workout im Studio?
  • a) Ed-Hardy-Flip-Flops oder Hollister-Moonboots.
  • b) Da war doch irgendwas mit „keine dunklen Sohlen“ und so …
  • c) Ich mach nur Yoga, darum geh ich barfuß.
  • d) Manolo Blahniks.

6. Es ist gleich 19 Uhr, die Spinning-Stunde beginnt. Das bedeutet für Dich?
  • a) Hey, also spinnen kann ich auch daheim.
  • b) Ich geh hin, endlich mal wieder coole Mucke hören!
  • c) Oh, super: Es kommen wieder diese muskulösen Männer in den lustigen, engen Outfits!
  • d) Tangiert mich nicht. Ich arbeite weiter an meinen 382 Wiederholungen auf dem Aduktoren- und Abduktoren-Gerät.

7. Du kommst in die Sauna. Was tust Du?
  • a) Ich versuche, die Stimmung etwas aufzulockern und erzähl den Witz, über Nackte, den ich letzte Woche gehört hab, sonst wird’s einem da drin ja auch echt zu heiß.
  • b) Ich gähne immerzu laut.
  • c) Ich beschwere mich unentwegt darüber, dass es eine Unverschämtheit ist, in der Sauna unentwegt zu reden.
  • d) Ich fühl mich pudelwohl und setze mich entspannt hin – im Schneidersitz, um dann zu bemerken, dass mir mein ehemaliger Chef gegenübersitzt.

8. Am Gerät gegenüber sitzt jemand, den Du unglaublich toll findest. Wie reagierst Du?
  • a) Ich zwinkere lässig rüber und lächle charmant.
  • b) Ich winke aufgeregt, pose ein bisschen und mache den Kopfstand, den ich im Yogakurs gelernt hab.
  • c) Ich trainiere und finde jemanden am Gerät gegenüber unglaublich toll.
  • d) Ich warte, bis ich angesprochen werde, sage dann so was wie „Ich habe eine Wassermelone getragen.“, laufe davon und hoffe, dass ich bei der nächsten Begegnung zum Essen eingeladen werde.

Auflösung
Hauptsächlich a-Antworten ausgewählt:
Warst Du eigentlich schon mal in einem Fitnessstudio? Du, frag doch bitte noch mal einen Trainer auf der Fläche, der Dir das alles ein bisschen besser erklärt.

Hauptsächlich b-Antworten ausgewählt:
Ja, Sport ist etwas, was Dir im Blut liegt. Nur mit den Regeln des Studios hapert’s noch ein bisschen. Guck doch mal genau, wie die anderen das machen!

Hauptsächlich c-Antworten ausgewählt:
Oh, schau an, Du bist wohl Profi, was?

Hauptsächlich d-Antworten ausgewählt:
Bitte, tu uns doch einen Gefallen und kündige auf der Stelle Deine Fitnessstudiomitgliedschaft. Man kann auch prima draußen Sport treiben. Echt. Und wer braucht schon 'ne Sauna?


Donnerstag, 29. September 2011

Wie ich zum Laufen kam.

Ich bin nicht süß. Ich bin schnell.
Ich war klein, schüchtern und hatte ständig einen Eiskonfekt beschmierten Mund. Immer wieder kamen riesige Leute auf mich zu, die mich anschauten, mir in die Haare griffen und so was sagten wie „Och, süß, die Kleine!“ Das ging mir irgendwann so auf die Nerven, dass ich begann, ganz grimmig zu gucken. Aber das schien die Leute überhaupt nicht abzuschrecken. Im Gegenteil: „Och, hat sie schlechte Laune? Süß.“ Als ich ein winziges Stück gewachsen war, kamen nicht mehr ganz so viele Leute, um mich zu betrachten. Aber die, die kamen, sagten auf einmal so was wie „Ach, also wenn die mal älter ist, dann werden der alle Jungs hinterherrennen.“ – und ich begann mir ernsthafte Sorgen zu machen. Wirkliche Sorgen. Was sollte ich tun, wenn mir diese Jungshorden hinterherrannten? Ich musste die irgendwie abhängen, überlegte ich. Und war im Grunde sehr froh, als meine Eltern fanden, es wäre doch was Tolles, mich in einem Sportverein anzumelden. Leichtathletik, das ist doch ein feiner Sport! Und wie der Zufall es so wollte, schien ich wie gemacht fürs Laufen und Springen. Für das Werfen allerdings nicht so. Aber das brauchte ich ja auch nicht, wenn ich vor den Jungs davonrennen wollte. Und ja, das klappte. In meiner Grundschule war ich nicht nur das schnellste Mädchen aller Mädchen, sondern auch das schnellste insgesamt. Es gab nur einen Jungen, der FAST so schnell war wie ich. Und den mochte ich eigentlich ganz gern. Vielleicht, WEIL er so schnell war. Aber er wurde immer ganz furchtbar wütend, wenn ich gegen ihn gewann und ich muss gestehen, ich hatte ein ganz klein wenig Mitleid mit ihm. Als ich dann irgendwann so groß war, dass ich sogar studieren konnte, feilte ich weiter an meiner Schnelligkeit und an meinem Laufstil. Der Grund: An der Universität gab es sehr viele Jungs. Und ich behielt sie immer gut im Auge. Einer von denen wollte unbedingt mit mir laufen gehen. Dass er nicht mit mir mithalten konnte, kränkte ihn ungeheuerlich. Er lief nicht mehr hinter mir her. Er meldete sich auch nie wieder. Ich hatte ihn also erfolgreich abgehängt. Und das stimmte mich dann doch etwas traurig. 
Heute mach ich so was natürlich nicht mehr. Heute versuche ich es immer so aussehen zu lassen, als wärt Ihr die Schnelleren. Ich weiß ja, wie sehr Euch das weh tut, Jungs. Üben tu ich aber trotzdem noch. Man kann ja nie wissen … 

Mittwoch, 14. September 2011

Das Monster von Well Ness.

Lomi Lomi?
Es war einmal ein Monster. Das Monster arbeitete ziemlich viel. Und wenn es sich ehrlich eingestand, so befand sich das Monster ganz kurz vorm Burn-out. Eines Tages, beschloss das Monster, sich nach all den Jahren der Plackerei endlich mal was Gutes zu tun. So für sich. Es wollte sich eine „Auszeit“ nehmen – wie es so oft gehört hatte. Von einem befreundeten Monster bekam es den Rat, einen Tag lang einfach mal im Fitnessstudio zu entspannen. Nur etwas für sich, für seinen Körper und den Geist zu tun. Das klang toll, fand das Monster, wurde aber gleich von heftigen Zweifeln gepackt.
„Dürfen wir da überhaupt rein, wir Monster?“, wollte das überarbeitete Monster wissen.
„Klar!“, antwortete der Monsterfreund, „Die lassen da alle rein, sogar uns Monster.“
Toll, dachte das Monster und packte gleich seine sieben Sachen zusammen und begab sich in das Fitnessstudio.
Wow, das war richtig riesig! Das Monster brachte an der Rezeption sein Anliegen vor und so drückte man ihm einen Flyer in die Hand, damit es sich überlegen konnte, welche Form der Entspannung ihm am ehesten zusagte. Diesen Flyer konnte man aufklappen, noch mal aufklappen, noch mal und noch mal … es hörte gar nicht mehr auf. Das Monster las etwas von entspannenden Massagen. Mit Ziegenbutter, Kräutern, Ayurveda, Lomi Lomi, Lavendelflocken, Hot Stones, Hot Chocolate (das gefiel im auf Anhieb ganz gut). Es las etwas von Schröpfmassage, Lymphdrainage und Cranio Sacral. Es erfuhr, dass es auch die Sauna nutzen konnte. Die finnische, die Stollensauna oder die Textilsauna. Das Monster durfte dabei sogar den Aufguss wählen. Einen Lavendelaufguss, einen Honigaufguss, einen Salzaufguss, einen Fruchtaufguss, einen Birkenaufguss. Wenn es dann noch Zeit und Lust hätte, könnte es anschließend das Dampfbad testen. Das türkische (Hammãm), das russische (Banja), das römische (Caldarium) oder das japanische (Sentõ). Vielleicht würde es davor auch einen Yogakurs besuchen. Ashtanga-Yoga, Kundalini-Yoga, Hatha-Yoga, Karma-Yoga, Bikram-Yoga, Hormon-Yoga, Luna-Yoga oder Yogalates. Und danach hätte es sicherlich einen Monsterhunger. Auch hier gab es reichlich Angebote: Maiscremesuppe mit Ingwer & Kokos, Kartoffel-Hummercremesuppe mit Limone, Schwarzer Linsensalat mit Himbeeressig, Waldbeer-Gazpacho mit Bröckelbaiser, Rosenmilchreis mit Aprikosenpüree. Und zu trinken gab es auch eine Menge: Melonen-Petersilien-Smoothie, Ananas-Blaubeer-Ingwer-Smoothie, Papaya-Ingwer-Karotten-Smoothie, Mango-Kurkuma-Limette-Smoothie, Ingwer-Wasser, Entspannungstee, Rotbuschtee, Grüner Tee, Schwarzer Tee, Weißer Tee, Gunpowder Tee …
„Verzeihung? Haben sie sich bereits entschieden?“, wollte die Frau an der Rezeption wissen? Das Monster, das durch die viele Arbeit ohnehin etwas gereizt, nun zusätzlich durch diesen Flyer völlig überfordert war, fühlte sich mit einem Male sehr bedrängt. Sehr, sehr. Es blickte auf und seine Augen funkelten gefährlich. Obwohl es wusste, was Anstand bedeutete und obwohl es ein sehr nettes Monster war, fühlte es plötzlich große Wut und Verzweiflung in sich aufsteigen. Es öffnete seinen großen Monstermund und versuchte etwas zu sagen. Etwas, das sich anhörte wie „Einmal Hot-Chocolate-Massage mit Mango-Kurkuma-Limetten-Smoothie und danach einen Lavendel-Aufguss mit Lomi Lomi und Luna Yogarrrrrrrr. Grrr.“
Das arme Monster zeigte seine scharfen, spitzen Zähne. Ohne, dass es sich versah, hatte es der Rezeptionistin den Kopf abgebissen. Und den, von der Kollegin der Rezeptionistin. Auch den vom Studiomanager, der auf einmal angerannt kam. Und die Köpfe, der Lomi-Lomi-Masseurinnen und dem des Birkam-Yoga-Lehrers.
„Ich wollte doch nur eine Auszeit nehmen. Und mich erholen!“, weinte das Monster, als ihn sein Monsterfreund rügend nach Hause geleitete.
„ERHOLEN!“, schrie das Monster wütend, „Dabei gab es da gar nichts, um mich RICHTIG zu erholen!“, das arme Monster war sichtlich verzweifelt und weinte und weinte und – schwupps – da biss es auch dem erstaunten Fitnessstudio-Parkplatzwächter den Kopf ab. Und wenn das überarbeitete Monster nicht gestorben ist, dann … huch, es steht direkt hinter Dir! 

Mittwoch, 31. August 2011

Handy oder Hantel?

„Moment. Ich muss da mal ran.“,
sagt sich der Handymann.
Alle zwei bis fünf Minuten.
    
Der Handyman (so nenn ich ihn gern) hat Muskeln. Eine ganze Menge! Ein Handy hat er auch. Was er allerdings nicht hat, ist ein Gehirn. So scheint es zumindest. Mit seinem Handy versucht der Handyman dieses ungünstige Missverhältnis zwischen Muskeln und Gehirn wieder auszugleichen. Na ja … was soll ich sagen? Es gelingt nur sehr bedingt. Oder wie erklärt Ihr Euch folgendes Erlebnis?
Ich, mutig. Denn ich trainiere auch mal selbst – und zwar direkt neben dem Handyman. Und der telefoniert, was nicht sonderlich überrascht. Linke Hand Handy, rechte Hand Hantel. Dass man das in diesem Fitnessstudio eigentlich nicht darf, ist ihm egal. Vielleicht checkt er’s auch nicht. Ist ja auch wahnsinnig schwer zu kapieren, wenn man das Wort Rücksicht mit dem Smartphone noch gar nicht gegoogelt hat. Der Handyman macht also vier, fünf halbherzige Bizepscurls und blökt währenddessen ein paar abgehackte Sätze in sein Handy. Ziemlich laut. Ich höre, wie er und sein Kollege sich darüber streiten, wohin’s heute Abend noch zum Feiern geht.
„Moondoo, oder was? Nee Dicker lass mal lieber woanders hingehen. Was? Bist du bescheuert? Alter, nee, da geh ich nicht mehr hin. Die ham mich da rausgeworfen, die Säcke!“ (Es ist klar, warum …)
Ich gucke. Und zwar ihm direkt ins Gesicht. Oh – und schau an, die nonverbale Kommunikation scheint er zu verstehen: Er senkt seine Stimme. Für zwei Sekunden.
„Alter, lass ma IndoChine, du weißt warum, ne?“
Ich maße mir an, die Hantel zu nehmen, die er inzwischen achtlos auf den Boden gelegt hat.
„Hey, hallo? Die brauch ich noch!“, empört er sich.
Ah, okay. Ich schüttle den Kopf und nehme still protestierend die nächst schwerere Hantel, in der Hoffnung, irgendwann so stark zu sein, dass ich mich problemlos mit ihm anlegen kann. Heute mag ich nicht. Heute mag ich nur trainieren. In Ruhe …
„Jaa Dicker, hol mich einfach um zehn ab, Alter. Ja, schon gut. Ja, ja.“
Leute drehen sich schon um. Wir verdrehen einheitlich sympathisierend unsere Augen gen Himmel, sind aber ratlos. Oh, da! Trainer im Anmarsch.
„Entschuldigung? Sie wissen, dass sie hier NICHT telefonieren dürfen?“
„Ach, echt nich'?“, der Handyman wirkt umwerfend überzeugend und packt sein Handy mit einer provokanten Geste in die Tasche.
„Besser?“
„Viel besser!“, sagt der Trainer.
Ich bin nicht die einzige, die ihm um den Hals fallen möchte. Weil er so nett ist, plaudere ich noch ein bisschen mit ihm. Ein Plausch unter Kollegen. Und wir beschließen, so etwas wie den BBI für Fitnessstudios einzuführen. Brain-Body-Index. Unter einem gewissen BBI wird keiner mehr reingelassen. Wer sich zutraut, eine nützliche Formel berechnen zu können, bitte melden! Für jeden Freiwilligen wird es Geschenke regnen.

Freitag, 5. August 2011

Halloheyhinawieismoinallesgut?

Wie ist das eigentlich mit dem Grüßen? Grüßt man alle, die man kennt? Oder die, die man kennt, aber auch mag? Oder einfach aus Prinzip grundsätzlich niemanden? Immer, wenn ich darüber ins Grübeln gerate, fällt mir eine ganz besondere Szene aus einem meiner Lieblingsfilme ein. Ich könnte sie immer und immer wieder sehen, ehrlich! Nicht nur, weil sie cineastisch ziemlich großartig gemacht ist, sondern auch, weil sie täglich so oder so ähnlich bestimmt hunderttausendmal passiert. Und davon fünfzigtausendmal vermutlich im Fitnessstudio.




Man kommt so unbedarft reingeschlendert. Alles ist fein. Und dann ist da irgendwo ein Flur. Immer. Egal in welchem Studio. Ein Flur, der kurz genug ist, um zu erkennen, wer auf einen zukommt. Ein Flur, der aber auch lang genug ist, um sich herrlich viele Gedanken machen zu können, wie man diesen Menschen, der einem gerade entgegenkommt, nun begrüßen soll. Schließlich kennt man sich. Wenn auch nicht sonderlich gut. Neulich hat man kurz gesprochen, weil man zufällig im gleichen Pilateskurs war. Aber dann gab’s ja auch diesen einen Zwischenfall in der Umkleidekabine, als man selbst so rumgepöbelt hat, weil der eigene Spind mal wieder mit fremden Dingen zugestellt war und man nicht schnell genug rankonnte. Was sagt man da jetzt? „Hallo?“ Man könnte auch nur nicken und freundlich lächeln. Oder ein höfliches „Na, wie geht’s?“ verlauten lassen. Oder ist das schon zu viel? 
Es sind nur Sekunden, die man aufeinander zugeht. Aber die Gedanken rasen wie bekloppt und dann läuft man aneinander vorbei und sagt meist – nichts. Schade. Denn gerade damit kann man sich ganz schön reinreiten, wie mir kürzlich klar wurde. Das kann in eine über Jahre hinweg gehegte Sprachlosigkeit führen. Neulich fragte ich nämlich einen bekannten Mitsportler: „Du, sag mal, der Trainer XY, der mag mich nicht besonders, oder?“ – „Wieso fragst Du?“, „Na, er scheint mir immer aus dem Weg zu gehen und schaut mich auch bewusst nicht an, so dass ich nicht die leiseste Chance habe, ihn mal anzulächeln geschweige denn, was zu sagen. Ist doch komisch …“ – „Na, also er meinte mal, Du hättest ihn nicht gegrüßt!“ – Ich hab ihn nicht ge-, was? Ich bin erschüttert, als ich das erfahre, denn eigentlich ist der Trainer, um den es ging, ein ganz sympathischer Typ und er wird nun nie erfahren, dass ich ihm in Wirklichkeit freundlich gesonnen bin. Weil ich es irgendwann einmal versäumt habe, ihn zu grüßen! 
Gut. Ich habe verstanden. Am besten, ich mach das künftig so wie die Busfahrer, die Biker oder eben wie die Läufer: Ich hebe einfach kurz die Hand zum Gruße. Oder – da käm es auf einen Versuch an – ich sag einfach das, was mir als erstes in den Sinn kommt, und sei es ein völlig wirres Konglomerat aus Worten. So was wie Halloheyhinawieismoinallesgut? Mal gucken, wie das ankommt. Aber Bei Heinz Wäscher (mit ä) und dem Dödel ging das ja auch. Irgendwie.

Dienstag, 26. Juli 2011

Die Beinschleuderer.

Seht Ihr, da läuft einer!
Eigentlich ist Laufen völlig ungefährlich. Eigentlich. Inzwischen habe ich mich längst eines Besseren belehren lassen. Und so kann ich Euch sagen, liebe Läufer, wir sind verdammt mutig. Ja, doch. Sind wir. Ich beweise es Euch mit einer Anekdote. Sie trug sich kürzlich beim Training zu.
Ich. Am Laufen. Ungeheuerlich schnell. Aber voll in Gedanken. Fragen wie „Was werde ich nach dem Laufen Essen?" Und: „Was werde ich nach dem Essen essen?“ treiben mich um. Dabei merke ich gar nicht, wie ich mich in meiner wahnsinnigen Geschwindigkeit unaufhaltsam auf eine gefährliche Gefahrenquelle zubewege. Im Kopf spiele ich derweil alle schnell zubereitbaren Gerichte für den gemeinen (aber verdammt hungrigen, kohlenhydrataffinen) Nahrungsmittelallergiker durch: Reis, Auflauf, Brot, Nudeln … – und dann ist es auch direkt zu spät. Ich bin schon drin. Mittendrin in den Fängen des Monsters: der Staubwolke. Da muss ich erst mal husten. Fürchterlich husten, es ist fast schon ein Keuchen. Was für eine Monsterstaubwolke! Sie ist vielleicht vergleichbar mit diesem heftigen Sandsturm neulich drüben in Arizona. Nur halt irgendwie in Klein – und ich unmittelbar betroffen. Sofort verliere ich die Orientierung. Ich drossle meine Geschwindigkeit und strecke Hilfe suchend meine Hände nach etwas aus, was mir Sicherheit verleiht. Da ist aber nix. Ich greife ins Leere. Wo zum Henker ist noch mal vorne? Frag ich mich. Bis plötzlich neben mir – ganz schwach – ein Fuß erkennbar wird. Ein Laufschuh ist es, ums zu präzisieren. Aber das ist nicht meiner. Ein anderer. Ich fluche, denn augenblicklich ist mir klar, was hier los ist: Ich bin Opfer einer nahezu legendären Läuferkatastrophe. Mann, immer ich, denk ich und reib mir den Staub aus den Augen. Schritt für Schritt kämpfe ich mir einen Weg aus dem Staub hinaus und ziehe an dem Läufer neben mir vorbei. Nein, eigentlich ist es kein Läufer. Es ist einer von denen, deren interkoordinativen Fähigkeiten noch nicht eingespielt sind. Die ihre Beinarbeit noch nicht unter Kontrolle haben und dadurch so ungeheuerlich mit ihren unteren Gliedmaßen umherschleudern und Staub aufwirbeln, dass ein geübter Läufer leicht darin verenden kann. Es ist ein Beinschleuderer.
Nehmt Euch in Acht vor den Beinschleuderern, liebe Läufer. Macht einfach einen großen Bogen um die, lächelt ihnen nett zu, seid freundlich, nehmt Rücksicht, aber seht verdammt noch mal zu, dass Ihr Land gewinnt. Die lernen das schon noch. Irgendwann. Da bin ich mir sicher. Total sicher. Ein paar Kilometer üben und dann haben die den Bewegungsablauf und das Zusammenspiel der Muskeln drauf … Ehrlich. 

Dienstag, 5. Juli 2011

KÖRPERGOLDs Liste der 10 größten Stylingsünden beim Sport.

Der klassische
Ich-bin-nicht-da-Look-Typ.

1. Der Lagenlook
Der Lagenlook ist immer in, irgendwie. Und das ist ja auch kein Wunder – im Winter. Der Lagenlook schützt bei flotten Alsterrunden vor gefährlichen Sturmböen, spontanem Starkregen und Schneegestöber. Doch es gibt Sportler, die den Lagenlook so sehr mögen, dass sie auch im Sommer und im Fitnessstudio nicht ohne ihn können. Man erkennt sie daran, dass sie ein langärmliges Shirt tragen. Darüber dann ein kurzärmliges, ein kurzärmliges, ein kurzärmliges und dann noch eines ganz ohne Arme. Und meist nehmen diese Kollegen nicht nur eine Menge mehr Raum ein als andere, sie schwitzen irgendwie auch wie bekloppt.

2. Der Nix-an-Look
Der Nix-an-Look ist sehr gefährlich. Oft schnellt die Herzfrequenz derer Menschen rapide in die Höhe, die sich in unmittelbarer Umgebung der Nix-an-Look-Träger aufhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass man für einen Bruchteil einer Sekunde mit völliger Verwirrung und Blackouts rechnen muss, weil man das schmale Etwas um die Hüfte der Nix-an-Look-Träger (die meist weiblich sind) nicht recht zuordnen kann. In diesen Sekundenbruchteilen kommt es häufig zu Unfällen: Hanteln fallen auf Füße, Medizinbälle werden nicht gefangen … Und erst später, bei genauerem Hinsehen, offenbart sich das schmale Etwas um die Hüfte dann doch als ein echtes Kleidungsstück. Männliche Nix-an-Look-Träger hingegen greifen sehr gern zum engen, hautfarbenen Tanktop. Betreten sie die Bühne des Geschehens, steigt oder fällt die Herzfrequenz allerdings umgekehrt proportional zum Bauchumfang.

3. Der Blender-Look
Der Blender-Look setzt sich wie folgt zusammen: Odlo-Shirt, Nike-Sonnenbrille, Adidas Running-Belt (der z.B. befüllt ist mit PowerBar Iso-Active-Getränken), Reebok-Tights, Asics-Socken und Brooks-Laufschuhe. Das iPhone trägt der Blender lässig um den Oberarm geschnürt – im dafür vorgesehnen iPhone-Sportcase (wasserdicht). Auf dem iPhone ist die Runtastic-App aktiviert. Man selbst kommt sich ganz schlecht vor neben diesem perfekt ausgestatteten Sportlerexemplar. Aber nur so lange er sich nicht bewegt. Läuft er los, entlarvt er sich selbst als blutiger Laie: wild schleudert er mit den Armen, der Oberkörper ist viel zu weit vorgelehnt und dann stolpert er auch noch über seine eigenen Füße. Aber den Marathon, den läuft er trotzdem nächste Woche. Sorry, vielleicht solltet Ihr in Eurem Blender-Look einfach mal den Weg frei machen, in den No-Sports-Look (s.u.) schlüpfen und dann mal mit dem Training anfangen. Okay? Ja, danke.

4. Der Hip-Hop-Look
Der Hip-Hop-Look ist supercool, superlässig und voll gediegen. Gewesen. Und zwar in den 90ern, wo Jogginghose, Kapuzenpulli und Basecap unerlässlich waren. Das einzige, was die Sportler im Hip-Hop-Look nicht mehr haben, ist ein geschulterter Ghettoblaster. Wohl, weil das mit den Klimmzügen dann irgendwie noch anstrengender werden würde. Darum tragen sie stattdessen riesige bunte Kopfhörer, die total super sind, weil ihre ganze Umgebung mithören kann. Enttäuschend ist dann allerdings, wenn da noch nicht mal Hip-Hop rauskommt, sondern HP Baxxter oder Rhianna – Musik, die wirklich JEDER Fitnessstudiobesucher gerne hört. Merci dafür.

5. Der No-Sports-Look
Der No-Sports-Look ist die Uniform des Sporteinsteigers. Er hat sich ein Ziel gesetzt. Und das wird er erreichen – um jeden Preis: Bis zum Urlaub müssen die zehn Kilo runter. So schwer kann das ja nicht sein. Alkohol nur am Wochenende, Burger dann halt jeden zweiten Tag und ein bisschen Bewegung – dann klappt das auch. Blöd nur, dass da kein passendes Outfit im Schrank ist. Und für die paar Wochen, lohnt sich eine Neuanschaffung nicht. Weil der Speck weg muss, gehen ja auch locker diese XXL-Sweater und Jogginghosen aus vergangenen Jahrzehnten, die da irgendwo in der hintersten Ecke im Schrank verweilen. Passt – und ab dafür. Nur einen Tipp möchte ich Euch gerne mit auf den Weg geben: Es kann ganz schnell passieren, dass man sich in so einem ungeheuerlich großen Hosenbein verfängt. Echt. Ist mir mit den Schlaghosen früher auch mal passiert.

6. Der Ich-bin-nicht-da-Look
Der Ich-bin-nicht-da-Look hat etwas ganz Possierliches. Sein Träger, also der Ich-bin-nicht-da-Look-Typ, hasst Fitnessstudios abgrundtief und es ist ihm wahnsinnig peinlich überhaupt da zu sein. In der Hoffnung, nicht gesehen zu werden, heftet er seinen Blick konsequent auf den Boden und versteckt sich in möglichst unauffälliger Kleidung. Weite Schnitte sind ein Muss. Die Farben decken sich in der Regel mit der natürlichen Umgebung. Wenn sein Outfit ähnlich wirkt wie die Studioeinrichtung, dann ist der Ich-bin-nicht-da-Look-Typ glücklich. Sein Haupt steckt übrigens meist unter einer grauen oder schwarzen Kapuze oder unter einem Basecap. Und das ist auch gut so.

7. Der Cindy-aus-Marzahn-Look
Viel muss man zum Cindy-aus-Marzahn-Look nicht sagen. Nur, dass er auch Hello-Kitty-Look heißen könnte und man sich wundert, wie viele Fans er bei den über 40-Jährigen hat. Warum, ist bislang ungeklärt. Entschuldigung? Die Farbe Pink ist einfach out, sobald man über acht ist. Es wäre so schön, wenn das mal endlich ein allgemeingültiges Gesetz werden würde.

8. Der Camouflage-Look
Der Camouflage-Look ist ziemlich out. Am outesten, eigentlich. Wo man ihn vor einigen Jahren noch cool zur Party tragen durfte (das war in den Zeiten, da Mel B auch noch irgendwie cool war), ist er heute wieder nur den Leuten vorbehalten, die beim Militär arbeiten. Und das sind ja nun nicht mehr allzu viele. Was vielleicht erklärt, weshalb der Look so unendlich out ist.

9. Der Business-Look
Der Business-Look wirft in erster Linie Fragen auf: Sind das Turnschuhe? Man weiß es nicht genau, aber das Schuhwerk des Business-Look-Typen erinnert an die Slipper von Sonny & Rico (zur Erinnerung: das waren die Typen von Miami Vice). Er trägt außerdem ein Polohemd, bei dem man ständig das Gefühl hat, es fehlt etwas. Entweder der Reiter mit dem Poloschläger oder die Krawatte – vielleicht auch beides. Auch die Frisur ist grenzwertig: Sind die Haare nass? Nein, es scheint eine Gelfrisur. Na, immerhin kann da nichts verrutschen, wenn der Business-Look-Typ beim Crosstrainer in einem Anflug von Risikobereitschaft den Schwierigkeitslevel von eins auf zwei stellt. Bitte Vorsicht, dass dabei nicht der teure Siegelring vom Finger rutscht.


10. Der Farben-Wirrwarr-Look
Der Farben-Wirrwarr-Look tut weh. Und zwar im Auge. Warum genau muss man Lila zusammen mit Grün und Gelb tragen? Was haben wir getan, weshalb wir Altrosa, Orange und ein merkwürdig ausgebleichtes Braun ertragen müssen? Ich weiß Grün ist die Farbe der Hoffnung, aber wieso muss es Neon sein? Ja, Rot ist eine Signalfarbe, aber was genau wollt Ihr Farben-Wirrwarr-Look-Träger uns mitteilen? Dass Miracoli fertig ist, wenn ihr mit diesen leuchtenden Schuhen wieder nach Hause kommt? Ich würde für Euch so gerne mal ein Date mit dem Ich-bin-nicht-da-Look-Typen arrangieren. Vielleicht geht da was. Also mich würd’s freuen. 

Freitag, 24. Juni 2011

Mitläufer.

Manchmal ist Laufen ein Idyll.
Schön, wenn es bis zum Ende auch so bleibt.
Oh, ist das schön. WUNDERSCHÖN. Ich laufe. Und ich lache dabei. Nicht wirklich sichtbar, aber so heimlich in mich hinein. Und freuen tu ich mich, wie verrückt. Nämlich darüber, dass ich bei dem schönen Wetter die Zeit gefunden habe, meine Runden im Park zu drehen. Heute sieht aber auch alles so freundlich aus. Als wär’s extra für mich eingerichtet: bunte Blüten, duftende Sträucher, gut gelaunte Menschen, 24 °C. Da kann man schon mal heimlich in sich hineinlachen, mein ich. Leichtfüßig und behände gleite ich dahin, mit einem netten Song im Ohr (Melody Gardot, If the stars were mine), lasse ich meinen Blick über das wunderschöne Grün der Bäume und über das Bunt der Blüten schweifen. Es ist ein bisschen wie im Disneyfilm. Und so bin ich auch gar nicht groß überrascht, als da ein Vogel vom Baum aus zu mir spricht. Er setzt sich auf meine Schulter und flötet so was wie: „Ahoi, Diana, alles fein?“ – Und ich so: „Bestens Vogel. Alles fein!“ – Er wieder: „Komm, wünsch Dir’n Lied!“ – Ich dann: „Oh cool. Hm warte. Ja, bitte Jolly Holiday. Mary Poppins!“ – „Super gewählt. Hier kommt Dein persönlicher Live-Laufsong!“ Und dann beginnt er tatsächlich, dies fröhliche Liedchen für mich zu trällern. Hach ist das schön! So schön, dass ich gleich mit einstimme. Ich laufe, singe und der der Vogel pfeift. Immer lauter und enthusiastischer bis … ich um die Ecke biege. Oh. Da ist er. Der Alptraum eines schönen Laufmoments: ein anderer Läufer. Einer, der genauso schnell unterwegs ist wie ich. Gleiche Schrittweite, gleicher Armschwung, gleiche Atmung. Ein Mitläufer. Der soll mal weg, denk ich. Aber er bleibt. Und wir laufen peinlich synchron nebeneinander her, während wir uns angestrengt um einen angemessenen Achtungsabstand bemühen. Ich könnte Gas geben. Was aber blöde wäre, weil ich sehr gern meine 20 Kilometer laufen würde. Jetzt eine Temposteigerung und am Ende wär ich vorzeitig platt. Soll der doch mal schneller laufen! Nee, macht er natürlich nicht. Da, eine Kreuzung! Vielleicht hab ich Glück. Aber nein, wir traben weiterhin im Gleichschritt daher. Übelst. Was hat er da überhaupt für Schuhe an? Nee, ganz miese Dämpfung, denk ich noch, als er plötzlich das Tempo anzieht. Hallo? Was ist denn jetzt los? Ich versuch zu folgen, bis ich merke, dass er einen Sprint einlegt. Und dann ist er weg. Pah! Ich hoffe, eine Horde Nordic Walker und Inlineskater  blockieren seinen Weg. Nein. Es macht mir nichts aus, dass er mich überholt hat. ECHT NICHT. NEIEN. Ich versuche entspannt weiterzulaufen. Aber da fällt mir auf, dass inzwischen dunkle Wolken aufgezogen sind. „Na, noch’n Lied?“ – Och nee, der bekloppte Flattermann wieder. „Gib mir Sabotage von den Beastie Boys. Und dann hau ab, okay?“ Ein dicker Regentropfen landet auf meiner Stirn.

Freitag, 10. Juni 2011

Schnacker.

Peace, Sportlerherz. Ein guter Trainer muss
bei überkochenden Emotionen für Frieden sorgen.
Manchmal herrscht Unfrieden im Fitnessstudio. Alle reden wild durcheinander, sind garstig und unfair zueinander. Ja, die Menschen dort benehmen sich dann sogar ganz und gar unsportlich, weil irgendetwas nicht so läuft, wie es laufen soll. In einer solchen Situation ist der Trainer gefragt. Ein guter Trainer nimmt sich der schwierigen Sachlage beherzt an und regelt sie – mit ein, zwei klugen Sätzen. Das funktioniert. Nicht immer.

Frau 1 mit Problem:
„Entschuldigung? Ich wollte eben auf den Matten schön meine Bodenübungen machen. Aber da glotzt mich die ganze Zeit dieser eine Typ auf dem Gerät von gegenüber so bescheuert an!“
Trainer:
„Ja, Moment. Ich frag mal ‘nen Kollegen.

Mann 1 mit Problem:
„Ähm, hallo? Mein Crosstrainer ist besetzt! Und zwar seit einer halben Stunde. So lange warte ich hier übrigens schon!“
Trainer:
„Nee, echt jetzt? Krass!

Mann 2 mit Problem:
„Also seit drei Wochen, bekomme ich jedes Mal eine gewischt, wenn ich mich auf das Laufband da stelle! Kann man da mal was machen?“
Trainer:
„Was haben Sie gerade gesagt?“

Gestresste Frau 1 mit Problem:
„Könnten Sie mir einen Gefallen tun? Ich muss jetzt doch schon früher gehen. Aber meine Tochter ist noch in dem Kurs da, für Mütter und Kinder. Könnten sie eben mal reingehen und unter den Müttern fragen, ob irgendeine vielleicht meine Tochter nach Hause fahren könnte?“
Trainer:
„Lassen Sie mich ganz kurz überlegen … nein.“

Junges Mädel 1 mit Problem:
„Entschuldigung? Könnten Sie mal irgendwem Bescheid sagen, dass die Sauna heute UNWAHRSCHEINLICH heiß ist? Das KANN ja nicht normal sein!“
Trainer:
„S–A–U–N–A. Was genau an dem Wort, verstehst Du nicht?“

Genervte Mutter 1 mit Problem:
„Also ich bin um 16 Uhr – das ist jetzt – hier mit meiner Tochter verabredet. Aber sie kommt einfach nicht!“
Trainer:
„Hm. Könnte an der Erziehung liegen, oder?“

Männlicher Vorzeigesportler 1 mit Problem:
„Ich hab hier eine nagelneue Pulsuhr. Jetzt hab ich aus Versehen Schwedisch als Sprache ausgewählt und versteh überhaupt nicht, wie ich das Training gestartet bekomme. Was muss ich da denn drücken?“
Trainer:
„Puls- was? Wozu soll’n das gut sein?“

Problematischer Muskelmann 1 mit Problem:
„Hier ist schon wieder keine Sau, die einem beim Bankdrücken hilft! Kannst Du mal kommen, Alter?“
Trainer:
„Bankdrücken? Das würd ich an Deiner Stelle echt mal bleiben lassen. Ist Dir schon mal aufgefallen, wie Du aussiehst? So 'n büsschen verkürzt in der Brustmuskulatur. Mach mal eher was für den Rücken. ALTER!“

Komische Frau 1 mit Problem:
„Also ja. Das ist mir jetzt etwas unangenehm. Mir sind gerade DIESE Kopfhörer hier ins Klo gefallen. Wahrscheinlich funktionieren sie nicht mehr. Aber ohne Musik kann ich nicht laufen …“
Guter Trainer:
Ähm ja, ich schau mal, was ich da machen kann …

Dienstag, 24. Mai 2011

Sportsfreunde.

Voll in die Offensive gehen –
manchmal gar nicht so übel.
Meine heißt Katharina. Die von meiner Freundin Saskia Jana. Und dann gibt’s da noch Jörg, den Indoor-Cycler. Yünis darf ich nicht vergessen. Und ich bin sicher, es gibt noch eine ganze Menge mehr auf dieser Welt: Sportsfreunde nämlich. Eigentlich kennt man sie nicht wirklich, aber man trifft sie regelmäßig wieder. Sei es im Kursraum beim Yoga, Pilates, Bodypump, auf dem Laufband neben dem eigenen oder auf dem Crosstrainer. Sportsfreunde lauern quasi in allen Ecken der Fitnessstudios. Man muss nur die Augen aufmachen. Nein, kennen tut man sie nicht, aber weil man ihnen immer und immer wieder begegnet, gehören sie doch unbedingt dazu. Und dann plaudert man so locker und lässig daher, ganz unverkrampft als würde man sich doch schon ziemlich gut kennen. Kurz: Man amüsiert sich zusammen – so, wie man es mit echten Freunden auch tut. Ich wär traurig, wenn Katharina nicht ab und an das Laufband neben mir besetzen und spannende Geschichten aus ihrem Leben erzählen würde. Und weil die Geschichten wirklich so spannend sind, haben wir uns kürzlich verabredet. Also richtig. Außerhalb des Studios. Und das war sehr nett. Mindestens so nett wie die wiederkehrende Szene bei den harten Muskeljungs, die einfach wortlos beim Bankdrücken Hilfestellung leisten und anschließend miteinander ins Gespräch kommen, um sich dann beim Gehen anerkennend auf die Schultern zu klopfen. Sportsfreunde eben. Oder wie die beiden Mädels in der Umkleidekabine (schon wieder … tut mir leid):
„Tschüss, dann bis nächste Woche!“
„Ja, bis dann.“
„Und einen schönen Abend noch …!“
„Ja, Dir auch … und lass Dir das Sushi schmecken!“
„Auf jeden Fall. Und Du viel Spaß bei der Massage!“
„Bis nächste Woche … wird bestimmt wieder anstrengend!“
„Jau, hoffentlich nicht!“
Endlich. Sie trennen sich.
Ich bleibe zurück und lächle still in mich hinein, weil klar ist, dass sich auch da zwei Sportsfreunde gefunden haben. Ohne, dass sie je nacheinander gesucht hätten. Das ist doch schön – finde ich. Vielleicht sollten die beiden auch mal was unternehmen, das gar nichts mit Fitnessstudio zu tun hat. So wie Katharina und ich. Hab ich erwähnt, dass wir bei unserem ersten „richtigen“ Treffen unsportlich viel Wein getrunken haben? Nur so am Rande. Denn eine Woche später waren wir wieder ziemlich sportlich unterwegs. Nebeneinander laut scherzend auf unseren Laufbändern. So wie’s sich gehört.